Ethik für den Hosensack
Den Schweizer Presserat gibt es jetzt auch für den Hosensack. Sein gesammeltes Wissen lässt sich als App auf das Handy laden und ist fortan bei jeder Recherche mit von der Partie. Der gute Rat ist gratis, kann für 20 Franken aber auch als Buch gekauft werden.
«So arbeiten Journalisten fair»: Was der ehemalige Presseratspräsident Peter Studer und der langjährige Presseratssekretär Martin Künzi in ihrem Buch zusammengetragen haben, trägt den Untertitel «Was Medienschaffende wissen müssen». Und seien wir ehrlich: Wer weiss schon, was es mit den elf «Pflichten», sieben «Rechten» und 40 «Richtlinien» schon wieder auf sich hat?
Die beiden Autoren verzichten zum Glück darauf, diese zu dozieren. Viel mehr legen sie einen Ratgeber entlang journalistischer Alltagfragen vor, in dem man sich schnell mit seinem Problem wiederfindet. Beim Recherchieren (Darf ich das auch verdeckt?), beim Interview (Muss ich kritisierte Drittpersonen anhören?) bis zum Schreiben (Darf ich die Person mit Namen nennen?).
Jede Frage wird mit echten Beschwerdefällen und den Stellungnahmen des Presserates illustriert. Das macht das Buch sogar nachttischtauglich. Für den journalistischen Alltag helfen Checklisten.
«So arbeiten Journalisten fair» hat es auf 200 Seiten gebracht. Dank der vielen Beispiele dürften sie sogar gelesen werden. Dass sich das lohnt, wissen zumindest jene Journalisten, die schon Rügen vom Presserat eingefangen haben. Anders als ein Gericht kann der Rat zwar keine Strafen aussprechen. Seine Stellungnahmen publiziert er aber im Internet, mit dem Namen des Journalisten und des Mediums.
Das Buch gehört darum auf jede Redaktion, die App auf jedes Journi-Handy.
http://ratgeber.presserat.ch



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