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Dienstag, 22. November 2011 von Thomas Angeli

Wikipedia- Quelle oder Falle für JournalistInnen

Wer die Verlässlichkeit von Wikipedia als Quelle einschätzen will, braucht mehr als «Common sense». Das zeigte eine investigativ-Veranstaltung mit Wikipedia-Mitarbeiter Nando Stöcklin.

Bei welchem der folgenden drei Artikel in Wikipedia ist die Wahrscheinlichkeit am grössten, dass die Fakten stimmen? Beim Text über Unterhaltungspromi Michelle Hunziker, demjenigen über den ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush oder bei einem Text über einen ETH-Professor? 

George W. Bush dürfte wegfallen, denn in Wikipedia kann sich jedermann als Online-Enzyklopädie-Schreiber beteiligen – und der frühere US-Präsident hat sich während seiner Karriere derart viele Feinde geschaffen, dass wohl nicht wenige die Gelegenheit nutzen werden, ihm wenigstens im Internet eins auszuwischen. 

Michelle Hunziker? Allein die Gerüchte über ihr Liebesleben sind widersprüchlich genug, um an der Verlässlichkeit eines Wikipedia-Artikels über die Moderatorin zu zweifeln. 

Bleibt nur noch der Professor. Über einen geachteten Dozenten der ETH wird wohl nichts Falsches in Wikipedia zu finden sein, Artikel über ihn muss einfach verlässliche Fakten liefern. 

Ein Irrtum, wie Wikipedia-Mitarbeiter Nando Stöcklin bei der Veranstaltung von investigativ.ch von Mitte November erklärte: Für Bush und Hunziker interessieren sich derart viele Nutzer der Online-Enzyklopädie, dass Fehler und bewusste Falschinformationen umgehend von anderen Nutzern korrigiert werden. Ein Artikel über einen ETH-Professor jedoch findet nur ein beschränktes Publikum. Entsprechend hoch ist die Gefahr von unkorrigierten Fehlern oder falschen Fakten im Text. Qualität kann eben auch eine Frage der Quantität sein.

 

Das Protokoll zur Veranstaltung vom 15. November 2011 zum Thema «Wikipedia – Quelle oder Falle für JournalistInnen?» sowie die Präsentation von Nando Stöcklin gibt es hier.

 
 

Kommentare auf diesen Beitrag

  • Ronnie

    22-11-11 17:41

    Richtig. Aber wer regelmässig mit Wikipedia arbeitet, kann das nicht überraschen. In aller Regel werden Arbeiten, an denen viele mitarbeiten, immer besser.

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