Schönen Sommer!

Bevor sich die investigativ.ch-Geschäftsstelle in die Ferien verabschiedet, hier nochmals für alle Zuhausegebliebenen ein Newsletter. 

In den letzten Wochen gab es ja erfreuliche Nachrichten: Nach langem Rechtsstreit hat das Bundesgericht endlich die Einstellungsverfügung freigegeben, mit der das Verfahren gegen den Weltfußballverband Fifa eingestellt worden war. Gegen die Publikation dieser Verfügung hatte sich zunächst die Fifa selber, danach die Beteiligten Eminenzen gewehrt. Für die Freigabe gekämpft hatten unter anderem die beiden investigativ.ch-Vorstandsmitglieder Dominique Strebel und Martin Stoll sowie Jean-François Tanda, der kurz vorher als Gast in unserer letzten Veranstaltung über seine Erfahrungen mit der Fifa berichtet hat. 

Die Fifa hat ja mittlerweile stolz ihre Anti-Korruptionsmaßnahmen präsentiert, die der Strafrechtler Mark Pieth in ihrem Auftrag ausgearbeitet hat. Die Reaktionen in den Medien scheinen zu zeigen, dass die Medien Sepp Blatter & Co. nicht mehr so aus der Hand fressen wie auch schon.

Und noch eine erfreuliche Folge hatte das Urteil: Das Bundesgericht hat nämlich (einmal mehr) klipp und klar festgestellt, dass Einstellungsverfügungen veröffentlicht gehören. Worauf die Bundesanwalt prompt die diesbezügliche Praxis geändert hat. Nun müssen nur noch die Kantone folgen...

Veranstaltungen

Von unserer Seite sind noch keine Veranstaltungen fest geplant. Doch international ist einiges los. Wer kurz entschlossen noch in den Süd- oder Nordosten Europas reisen will, kann was erleben - beispielsweise eine Summer School on Invetigative Reporting in Riga oder eine ebensolche in Mazedonien; etwas später dann eine Konferenz in Belgrad und im Novermber dann in Amsterdam die European Investigative Journalism Conference. Daten und Details zu allen Veranstaltungen wie immer auf unserer Website.

Preise

Nicht verpassen: Am 31. Juli läuft die Bewerbefrist zu den diesjährigen Otto-Brenner-Preisen ab, ausgerichtet von der Otto Brenner Stiftung und dem deutschen Netzwerk Recherche. Zu gewinnen gibt es insgesamt 47000 Euro plus drei Recherche-Stipendien fuer junge Talente im Journalismus. 

Der von der Otto Brenner Stiftung (der Wissenschaftsstiftung der IG Metall) vergebene Preis steht wie immer unter dem Motto "Kritischer Journalismus - Gruendliche Recherche statt bestellter Wahrheiten". 

Weitere Informationen:

http://www.otto-brenner-preis.de

http://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/materialien-otto-brenner-preis/shop/best-of-2011.html.

--

Mit dem Surveillance Studies Preis fuer Journalisten sollen Beitraege geehrt werden, die sich in besonderer Weise mit dem Thema Ueberwachung und Kontrolle befassen, dabei neue Wege gehen und in ihrer Darstellung neue Erkenntnisse generieren und/oder auf den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung Bezug nehmen, ohne dabei die ueblichen Klischees zu reproduzieren und das komplexe Thema Ueberwachung durch verkuerzte Darstellung zu simplifizieren.

Es koennen journalistische Beitraege aller Mediengattungen eingereicht werden, die Beitraege muessen nach dem 15.9.2011 in einem deutschsprachigen Medium erschienen sein.

Das Preisgeld betraegt 250 Euro. Der Preis wird in einer oeffentlichen Preisverleihung zusammen mit dem Publikationspreis fuer junge Nachwuchswissenschaftler in Hamburg vergeben, voraussichtlich im November 2012. Einsendetermin fuer Bewerbungen ist der 15. September 2012.

Details und Kontakt hier.

--

Journalismfund.eu - neue Stipendien, neue Website.

Journalismfund.eu hat die eigene Website ueberarbeitet, um Projekte und Angebote uebersichtlicher zu praesentieren. Zu den Angeboten zaehlen die Stipendien fuer grenzueberschreitende journalistische Recherchen in Europa. Die Stipendien sollen die transnationale Zusammenarbeit von Journalisten foerdern. In der aktuellen Runde werden 20.000,- Euro vergeben. Die Bewerbungsfrist endet am Mo., 24. September um 9 Uhr morgens (MESZ).

Weitere Informationen hier und hier.

 

Willkommen, baltische Kolleg/innen

Das jüngste Mitglied im Klub der europäischen Organisationen des investigativen Journalismus ist im Mai zur Welt gekommen und heißt re:baltica. Es vereint die investigativen Journalist/innen des Baltikums (Estland, Lettland, Litauen). 

Die Liste aller Investigativjournalismus-Organisationen findet sich auf unserer Website.

Praktikum in der Verifikation (Fact-Checking)

GEOkompakt ist eine monothematische Heftreihe mit ueberwiegend naturwissenschaftlichen Themen, die alle drei Monate erscheint. In der Verifikation werden alle Texte sehr genau auf die korrekte Darstellung und die Aktualitaet der sachlichen Inhalte geprueft. Die Zeitschrift bietet ein Praktikum ab Mitte/Ende September 2012 fuer jeweils mindestens sechs Wochen Dauer an.

Voraussetzungen:

- Naturwissenschaftliches Studium (Physik, Chemie, Biologie oder aehnliches), moeglichst abgeschlossen

- Journalistisches Interesse. Journalistische Erfahrungen koennen von Vorteil sein, sind aber keine zwingende Voraussetzung. Es muessen keine Texte geschrieben werden, dennoch ist die Faehigkeit erforderlich, schwierige Sachverhalte in leicht verstaendliche Sprache uebersetzen zu koennen.

Interessenten melden sich bitte bei

Bettina Suessemilch, Tel.: 0049 - 40 - 3703 7335

oder

Susanne Gilges, Tel.: 0049 - 40 - 3703 7333

Newsletter Netzwerk Recherche

Dieser Tage ist auch der jüngste Newsletter unserer deutschen Schwesterorganisation Netzwerk Recherche erschienen. Er enthält wie immer umfangreiche Informationen vor allem, aber nicht nur zur deutschen investigativen Journalistenszene. In Deutschland laufen derzeit ja interessante Debatten, beispielsweise zur Vorratsdatenspeicherung. Er ist gerade noch nicht online, sollte aber hier aufgeschaltet werden (und kann abonniert werden): http://www.netzwerkrecherche.de/index.php?article_id=49

Außerdem berichtet der Newsletter von den Finanznöten von Lobbycontrol (mit Spendenaufruf), von interessanten Publikationen, über eine Sicherheitsfirma, die Reuters-Journalisten ausspionierte, über investigativen Journalismus in der rechtsextremen Szene, über unkritische Berichterstattung zu den Hells-Angels (unkritisch gegenüber den Strafverfolgungsbehörden), darüber, wie eine PR-Bude Artikel im Auftrag Assads unter anderem in Elle und Vogue platzierte und über Methoden der Homöopathie-Industrie, die ein Skandal wären, wenn die Pharma sie anwenden würde...