Buchvernissage: Recherche in der Praxis

Reminder: Am 27. November, ab 18.30 Uhr, findet im Ringier-Pressehaus, Dufourstr. 23, in Zürich die Buchvernissage des Recherchehandbuchs Recherche in der Praxis. Informanten zum Reden bringen, Fakten hart machen, Missstände aufdecken statt. Herausgegeben haben das Buch Catherine Boss, Sonntagszeitungs-Reporterin und Vorstandsmitglied von Öffentlichkeitsgesetz.ch, und Dominique Strebel, MAZ-Studienleiter und Präsident von investigativ.ch. 

Hannes Britschgi leitet ein Podiumsgespräch mit Hansjürg Zumstein, SRF, Mona Fahmy, Newsnet/Tages-Anzieger, Susan Boos, WOZ, und Dominique Strebel, Studienleiter MAZ, zum Thema: «Recherchewüste Schweiz?»

(bitte hier anmelden!) 

Das Buch kostet 44 Franken; an der Vernissage kann man es für 20 Franken kaufen.

Zum Buch gibt es auf unserer Website neu – im öffentlichen Bereich der Website – ein Forum, um Fragen zu deponieren, Ergänzungen anzubringen usw. Das Forum ist noch nicht aktiv und sollte im Dezember aktiviert werden.

 

Erster Schweizer Recherchetag

Reminder II: Am 28. Januar findet am MAZ in Luzern der erste Schweizer Recherchetag statt – eine Tagung für Einsteiger und Profis; organisiert vom MAZ in Zusammenarbeit mit investigativ.ch. Mit Thomas Angeli, Beobachter, Alex Baur, Weltwoche, Monica Fahmy, Newsnetz, Markus Häfliger, NZZ, Otto Hostettler, Beobachter, Victor Lindblom, Bieler Tagblatt, Christian Mensch, Sonntag, Leo Müller, Bilanz, Titus Plattner, Matin Dimanche und Sonntagszeitung, Julian Schmidli, Matin Dimanche und Sonntagszeitung, Iwan Städler, Tages-Anzeiger; Leitung: Dominique Strebel, MAZ/investigativ.ch.

Details und Anmeldung hier.

 

Wie arbeitet der Presserat?

Wer genauer wissen möchte, wie der Presserat arbeitet, kann an einer Presseratssitzung teilnehmen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt; die Teilnehmenden verpflichten sich zu Vertraulichkeit. Die nächsten Termine: 6. Dezember 2012 in Zürich (11 Uhr), 9. Januar 2013 in Basel (13.15 Uhr). 

> zu Anmeldung und Detailinfos.

 

Abendveranstaltung: Fälschungen erkennen

Vormerken: Am Donnerstag, 7. März, 18.30, lädt das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich die investigativ.-ch-Mitglieder ein. Nebst einer Einführung ins Archiv lernen wir von den Experten, wie man gefälschte Dokumente erkennt – ein Workshop, der jeden investigativen Journalisten auf die Probe stellt!

Ort: Archiv für Zeitgeschichte, Hirschengraben 62, 8001 Zürich.

Keine Anmeldung nötig. Teilnahme nur für Journalist(innen und Mediendokumentalist/innen. Mitglieder von investigativ.ch gratis; Nichtmitglieder: 20 Franken.

 

Weitere Veranstaltungen...

... wie immer auf der Agenda-Seite unserer Homepage.

 

Problematische Vorratdatenspeicherung

Seit zehn Jahren kennt die Schweiz die Vorratsdatenspeicherung: Provider sind gezwungen, sogenannte Randdaten aus der Kommunikation aufzuzeichnen. Dazu gehören u.a. Informationen zum Kommunikationspartner, Handystandort, benutzte IP-Adressen im Internet und Zugriffe auf das E-Mail-Postfach. Die Standortinformationen werden zunehmend auch für Rasterfahndungen verwendet. Damit kann, wer in der Nähe eines Tatortes sein Handy benutzt hat, zum Tatverdächtigen werden. 

Die Digitale Gesellschaft Schweiz zweifelt daran, ob die Vorratdatenspeicherung rechtskonform sei – in Deutschland, Irland, Bulgarien und Rumänien hätten Verfassungsgerichte eine EU-Richtlinie, die die Staaten zur Einführung der Vorratdatenspeicherung verpflichtet, als nicht verfassungskonform eingestuft. Wer aber von seinem Recht Gebrauch machen möchte, die eigenen Daten einzusehen, werde von den Providern abgewiesen. 

Die Digitale Gesellschaft Schweiz ruft dazu auf, gemeinsam Auskunftsbegehren zu stellen. Nähere Informationen gibt's hier.

 

Stiftungsfinanzierte Recherche: Pro Publica

Einen Interessanten Hintergrundbericht über die US-amerikanische Recherchestiftung ProPublica hat Adrian Zurbriggen am 12. November in der Berner Zeitung publiziert: «Ein Online-Portal mischt die US-Presselandschaft auf». Er findet sich online hier.

 

 

Nachrichten

Eine Auswahl von Nachrichten aus dem Newsletter unserer deutschen Schwesterorganisation Netzwerk Recherche:

 

Hamburg: Vorreiterrolle in Sachen Behördentransparenz

Am 6. Oktober ist in Hamburg das neue Transparenzgesetz in Kraft getreten. Es schafft bundesweit die bisher besten Voraussetzungen für Journalisten und Bürger, um an Behördeninformationen zu gelangen. Viele Unterlagen der Verwaltung muessen zukünftig in einem Register im Internet veröffentlicht werden. Ausnahmen greifen vor allem zum Schutz personenbezogener Daten und zur Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Allerdings sind diese Ausnahmeklauseln enger und damit für Antragsteller deutlich besser formuliert als in anderen Informationszugangsgesetzen.

Wortlaut des Transparenzgesetzes (PDF)

> «Transparenzgesetz: Wie gläsern wird die Stadt?» Von Sophia Seiderer und Julia Seifert. Die Welt vom 5. Oktober 2012

> «Informationsregister im Internet: Hamburger Transparenzgesetz macht Hamburg gläsern» Hamburger Morgenpost vom 5. Oktober 2012

> «Transparenzgesetz: Hamburg veröffentlicht Verträge» Hamburger Abendblatt vom 6. Oktober 2012 [Rufen Sie diesen Artikel via Google auf, um die Paywall des Abendblattes zu umgehen.]

> «Hamburger Transparenzgesetz in Kraft getreten» NDR.de vom 7. Oktober 2012

 

Journalisten im Exil veroeffentlichen ihren zweiten Newsletter

Die Arbeitsgruppe Journalisten im Exil hat ihren zweiten Newsletter veröffentlicht. Journalisten aus Pakistan, Simbabwe, Uganda und dem Iran beschreiben darin, wie westliche Kollegen ueber ihre Heimatländer berichten.

Vor etwa einem Jahr brachte das Nothilfereferat von Reporter ohne Grenzen zum ersten Mal Journalisten zusammen, die ihre Arbeit auch im Exil in Deutschland fortsetzen moechten. Sie gründeten die Arbeitsgruppe Journalisten im Exil, die im Juni 2012 ihren ersten Newsletter herausgab: «Nicht sprachlos bleiben».

 

EU-report Deterrence of fraud with EU funds through investigative journalism in EU-27

Wie viel Unterschlagung von EU-Mitteln wurde durch investigativen Journalismus aufgedeckt? Das behandelt ein Bericht, der dem EU-Parlament am 9. Oktober vorgelegt wurde. Die Abgeordneten haben ihn ca. anderthalb Stunden diskutiert (eine für eine Studie recht lange Zeit). Der Report entstand unter Federführung der niederländisch-flämischen Vereniging van Onderzoeksjournalisten (VVOJ) und kann hier aus dem Netz geladen werden:

Deterrence of fraud with EU funds through investigative journalism in EU-27 (PDF).

Stream der Sitzung des EU-Parlamentes (scroll to Tuesday oct 9, 9.40 hr)

 

Interessante Artikel zu Fact Checking

> «Bye, bye, Gatekeeper, welcome Factchecker!» Von Bernd Oswald. onlinejournalismus.de, 29.10.2012

> «Fact-Checking gegen die Inflation der Information» Von Matthias Kurp. Medienforum NRW Blog, 28.09.2012

> «Why accuracy matters and how journalism can survive in the digital age» Von Marcus Lindemann. Recherche-Info.de, 08.09.2012

 

New York Times verbietet Interview-Autorisierungen

Die New York Times hat ihren Journalisten verboten, Zitate nachträglich autorisieren zu lassen. Damit nimmt die Times in erfrischender Klarheit Ihre Mitarbeiter in Schutz, die sich immer unverfroreneren Wünschen von professionellen Gesprächspartnern ausgesetzt sehen. In Deutschland macht sich ausgerechnet der Spiegel fuer das Gegenteil stark: Das bereitwillige Entgegenkommen selbst beim Autorisieren von Zitaten, dass dazu führt, dass die wahren Absichten der Zitierten immer stärker hinter einer PR-Sprache vertuscht werden.

> «In New Policy, The Times Forbids After-the-Fact "Quote Approval"» By Margaret Sullivan. New York Times, 20.09.2012

> «New York Times bans reporters from agreeing to quote approval» By Tom McCarthy. Guardian, 20.09.2012

> «Aus Gerede Gedanken filtern» Von Thomas Tuma. Spiegelblog, 04.10.2012

> A propos Autorisierung: Hier ein Interview mit BNP-Chef Baudoin Prot, wie Sie es noch nicht gelesen haben! «Können Sie nachts noch ruhig schlafen?» – sinnbildlich für die aktuelle Lage der Banken in Europa. Von Robert Landgraf und Nicole Bastian. Handelsblatt, 12.10.2011