Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des investigativen Journalismus

Längere Zeit habt ihr nichts von uns gehört – es war Sommer und wenig los, die Schweizer Medienwelt erregte sich über «Gerigate» und manche Medien übten sich in «experimenteller Recherche» (Rainer Stadler). Nachdem auch investigativ.ch über den Sommer wenig aktiv war, können wir heute wieder auf einige Veranstaltungen und Publikationen verweisen, auf denen Journalismus diskutiert und das Recherchehandwerk ganz langweilig-seriös und unexperimentell geübt wird...

 

 

Veranstaltungen

Jugendmedientage 2014, 19./20. September

Am 19. und 20. September finden in Zürich die Jugendmedientage 2014 statt. Es laden ein die Jungen Journalisten Schweiz. Unter anderem mit Workshops zu Datenjournalismus und Online-Recherche. Jetz anmelden! http://jungejournalisten.ch/jugendmedientage/

 

3. impressum-Journalismustagung, 24. September

Am 24. September laden impressum – Die Schweizer Journalistinnen gemeinsam mit Amnesty International, Press Emblem Campaign, Reporter ohne Grenzen, die Europäische Journalistenföderation und der Universität Freiburg zur zweisprachigen (deutsch/französisch) Journalismustagung über Die Schweiz und die Pressefreiheit nach Lausanne. http://www.impressum.ch/impressum-de/i-news/i-Info/2014/1407/assises.html

 

JournalismusTag.14, 5. November

Der Verein Qualität im Journalismus richtet den JournalismusTag.14 am 5. November in Winterthur aus. investigativ.ch wird wie schon letztes Jahr wieder einen Teil des Programms bestreiten. http://www.investigativ.ch/agenda/detail/journalismustag14.html

 

Datenschätze des Bundesamts für Statistik richtig lesen, 12. November

Bereits 2013 hat investigativ.ch zusammen mit dem Bundesamt für Statistik einen Workshop angeboten, der auf grosses Echo gestossen ist. Wegen grosser Nachfrage führen wir den Workshop auch dieses Jahr wieder durch. Mit BfS-Fachleuten am 12. November, 18 bis 20 Uhr, in Zürich. http://www.investigativ.ch/agenda/detail/datenschaetze-des-bundesamts-fuer-statistik-finden-und-interpretieren.html

 

Das Budget des Kantons Graubünden richtig lesen, 1. Dezember

Was kann man aus einem Budget alles herauslesen? Workshop für JournalistInnen, die aus und über Graubünden berichten, am 1. Dezember, 18:30 bis 20 Uhr in Chur. http://www.investigativ.ch/agenda/detail/das-budget-von-graubuenden-richtig-lesen.html

 

Save the Date: Dritter Schweizer Recherchetag, 26. Januar 2015

Zum dritten Mal am MAZ in Luzern, mitorganisiert von investigativ.ch. Erfahrene Rechercheure geben in Workshops ihr Wissen an die Teilnehmenden weiter. Journalistinnen und Journalisten berichten in Erzählcafés über Hintergründe von Recherchen, die im Laufe des Jahres Aufsehen erregt haben. Das Programm wird im Herbst bekanntgegeben. http://www.maz.ch/journalismus/kurs/dritter-schweizer-recherchetag-am-maz/ansicht/show/kurse/

 

Weitere Veranstaltungen von investigativ.ch sowie von weiteren Anbietern wie immer unter http://www.investigativ.ch/agenda.html.

 

 

Vergangene Veranstaltungen

In Brüssel fand im Mai die Dataharvest-Konferenz statt, in Hamburg im Juni das Jahrestreffen unserer Schwesterorganisation netzwerk recherche. Beide Veranstaltungen kann man virtuell noch nachträglich besuchen:

 

1. Dataharvest-Konferenz

Begrüssungsrede von Emily O’Reilly, EU ombudswoman:
http://www.ombudsman.europa.eu/en/activities/speech.faces/en/54281/html.bookmark .

Konferenzüberlick:
http://www.journalismfund.eu/news/dhplus-2014-numbers ,
http://www.journalismfund.eu/news/storified-recap-dhplus-2014 .

Die Präsentationen:
http://www.journalismfund.eu/dhplus/presentations ,
http://gijn.org/2014/05/12/tips-tricks-from-dataharvest

 

2. Jahrestagung netzwerk recherche:

https://netzwerkrecherche.org/blog/rueckblick-nr-jahreskonferenz-2014/

 

 

Bericht der Eidg. Medienkommission

Am 5. September hat die Eidg. Medienkommission (EMEK) unter der Leitung von Otfried Jarren ihren Bericht «Medienförderung: Standortbestimmung und Empfehlungen für die Zukunft» vorgestellt. Sie empfiehlt darin, die Medien «gezielter» und «differenzierter» zu fördern. Das Geschäftsmodell der Tageszeitungen sei «dauerhaft nicht mehr tragfähig»; der «Transformationsprozess sollte begleitet, technische Innovationen sollten gefördert und die journalistische Kultur erhalten und weiterentwickelt werden.»

Medienmitteilung vom 5.9.2014 mit Link zum Bericht: https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=54329

 

 

Vermischtes

correct!v mit erster Recherche: Kredithaie

Das «erste gemeinnützige Recherchebüro im deutschsprachigen Raum» (Eigenbezeichnung), gegründet im Juli 2014 in Essen, hat am 5. September seine erste Recherche publiziert. Thema sind Betrügereien rund um den italienischen Finanzjngleur Marco Russo. An den Recherchen beteiligt war aus der Schweiz Julian Schmidli (Tages-Anzeiger). Eine Besonderheit: correct!v weist ausdrücklich darauf hin, dass man die Geschichte «stehlen» dürfe: «Bedienen Sie sich!».

>http://kredithaie.correctiv.org/>http://kredithaie.correctiv.org/

>http://www.tagesanzeiger.newsnetz.ch/wirtschaft/geld/Die-Finanzwoelfe-Europas/story/29411153>http://www.tagesanzeiger.newsnetz.ch/wirtschaft/geld/Die-Finanzwoelfe-Europas/story/29411153

 

Board des Global Investigative Journalism Network gewählt

Die Dachorganisation der Vereine des investigativen Journalismus Global Investigative Journalism Network (GIJN) hat sich neue, professionellere Strukturen gegeben und mit dem Board of Directors ein neues Gremium geschaffen und besetzt. investigativ.ch hat sich an der Wahl beteiligt. Darüber, dass nicht alle Mitglieder des GIJN über die Neuorganisation ganz glücklich sind, berichtet die Zeitschrift message in ihrer Ausgabe 3/2014.

 

Journalismfund fördert grenzüberschreitende Recherchen

Wer grenzüberschreitend recherchiert, kann sich it seinem / ihrem Projekt um ein Stipendium des European Journalismfund bewerben. Bewerbungsfrist ist der 15. September (Mittag). http://www.journalismfund.eu/application-form

 

Journalisten vor Ort: Recherchestipendien der Robert Bosch Stiftung

Die Robert Bosch Stiftung unterstützt Recherchevorhaben zu Themen, die heute und zukünftig relevant sind. Dazu fördert sie professionelle freie und angestellte Print-, Online-, TV- und Hörfunk-Journalisten, die für Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz oder in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, im Südkaukasus, in Russland, Griechenland und in der Türkei tätig sind. Gefördert werden Einzelpersonen und insbesondere länderübergreifende Teams. Es können Recherchestipendien von bis zu 5.000,- Euro beantragt werden. Bewerbungsfrist ist der 15. September. Details und Bewerbung: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/8167.asp 

 

Surveillance Studies Preis für Journalisten

Die Bewerbungsfrist für den Surveillance Studies Preis für Journalisten läuft am 15. September aus. Den Preis vergibt das Institut für kriminologische Sozialforschung der Universität Hamburg. Ausgezeichnet werden «herausragende Berichte zu Überwachung und Kontrolle», die nach dem 15. September 2012 in einem deutschsprachigen Medium (Print, Film, Radio, Online) erschienen sind. http://www.surveillance-studies.org/preise/surveillance-studies-fur-journalisten-2014/

 

Worth Reading

Anya Schiffrin, TomDispatch.com, 31. Juli 2014: Why we’re living in the golden age of investigative journalism, http://www.salon.com/2014/08/31/why_were_living_in_the_golden_age_of_investigative_journalism/

Larry Magid, journalist, 16. Juli 2014: Redaktionswerkstatt: Wie man richtig über Studien berichtet, http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/redaktionswerkstatt/wie-man-richtig-ueber-studien-berichtet.html

Glenn Kessler, The Washington Post, 13. Juni 2014: Fact Checker: The global boom in political fact checking (This is a report on the first Global Fact-Checking Summit), http://www.washingtonpost.com/blogs/fact-checker/wp/2014/06/13/the-global-boom-in-fact-checking/

 

 

Und zum Schluss...

Wie Native Advertising die Glaubwürdigkeit der Medien beschädigt: John Oliver erklärt in seiner Sendung Last Week Tonight auf HBO ein ausgesprochen bedenkliches Thema auf ausgesprochen amüsante Weise (natürlich geht es einzig um die USA...): https://www.youtube.com/watch?v=E_F5GxCwizc