Zürich, 19. Dezember 2014

 

 

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des investigativen Journalismus

investigativ.ch wünscht allen Mitgliedern und Sympathisant/innen schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr! Wir bedanken uns bei allen, die 2014 zu einem aktiven Vereinsleben beigetragen haben, insbesondere den Referentinnen und Referenten unserer Workshops!

Zum Jahresende schicken wir Ihnen noch einmal einige Informationen rund um den investigativen Journalismus.

 

 

Veranstaltungen

1. Dritter Schweizer Recherchetag: 26. Januar 2015

Das Motto des diesjährigen, von investigativ.ch mitorganisierten Recherchetags des MAZ in Luzern lautet: «Von anderen Berufen lernen». Eingeladen sind u.a. ein Staatsanwalt, eine Psychologin und ein Internetforensiker. Key-Note-Speaker ist Urs Paul Engeler. http://www.maz.ch/journalismus/kurs/dritter-schweizer-recherchetag-am-maz/ansicht/show/kurse/ 

 

2. Betreibung und Konkurs: 27. Januar 2015

Wie und wo finden Journalistinnen und Journalisten bei strauchelnden Firmen und Privatpersonen Ansätze zur Recherche: mit Michael Krampf, Jurist im Beobachter-Beratungszentrum. Dienstag, 27. Januar 2015, 18:30 bis 20:30 Uhr, in Zürich. http://www.investigativ.ch/agenda/detail/betreibung-und-konkurs.html

 

3. Save the Date: Global Investigative Journalism Conference 2015: 8. bis 11. Oktober

Das globale Treffen der Investigativjournalist/innen findet 2015 zum zweiten Mal im norwegischen Lillehammer statt. Gastgeberin ist unsere norwegische Schwesterorganisation SKUP. http://gijn.org/2014/10/15/welcome-back-to-lillehammer-skup-gets-ready-for-gijc15/ 

 

 

Nachrichten

1. Chadidscha Ismajilowa

Am 5. Dezember wurde in Aserbaidschan die investigative Journalistin Chadidscha Ismajilowa verhaftet. Sie soll einen freien Journalisten fast in den Selbstmord getrieben haben. Heute (19. Dezember) sitzt sie nach wie vor im Gefängnis.

Die Mitarbeiterin von Radio Free Europe / Radio Liberty Aserbaidschan ist eine der hartnäckigsten und damit für die Regierung und die Familie des autokratischen Präsidenten Ilham Alijew unbequemsten Journalistinnen im Land. Sie war schon mehrfach Repressalien ausgesetzt. Am Tag vor ihrer Verhaftung veröffentlichte die Regierung ein Manifest, das Ismajilowa sowie Bürgerrechtsaktivisten des «Verrats» bezichtigte: Sie würden für ausländische Mächte arbeiten.

Ismajilowa ist laut Angaben von Reporter ohne Grenzen eine von zehn Journalisten, die sich in Aserbaidschan derzeit in Haft befinden. Ihre Verhaftung hat weltweit Proteste ausgelöst. investigativ.ch hat sich dem Protest angeschlossen

 

2. «Maulkorbartikel» 293 StGB: Vernehmlassung

In der Schweiz ist es strafbar, Informationen weiterzugeben, die aus geheimen amtlichen Quellen stammen. Diese rechtliche Situation haben in den letzten Jahren mehrere Journalistinnen und Journalisten erfahren müssen – und sie hat der Schweiz Rügen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingebracht. Nun möchte die Rechtskommission des Nationalrats den strittigen Art. 293 StGB mildern, eine Kommissionsminderheit möchte ihn ganz streichen. Das Bundesamt für Justiz hat dazu eine Vernehmlassung lanciert. investigativ.ch bleibt am Ball.

 

 

Zwei Rückblicke und ein Weihnachtsgeschenk für Mitglieder

2014 erweckten einige journalistische Recherchen großes Aufsehen – weltweit etwa die Enthüllungen über die Steuertricks mit dem Fürstentum Luxemburg, hierzulande beispielsweise die Recherchen zu Korruption im Seco oder zu den Steuer-Vermeidungstricks der Ammann Gruppe. Christian Brönnimann (Tages-Anzeiger) und Pascal Schumacher (SRF Rundschau) haben am JournalismusTag.14 auf Einladung von investigativ.ch über die Hintergründe ihrer Recherchen berichtet. Als kleines Weihnachtsgeschenk können wir Mitgliedern die «Making-ofs» der Recherche in schriftlicher Form zum Download anbieten: http://www.investigativ.ch/downloads/veranstaltungen.html (Passwort erforderlich)

 

 

Auguri – und auf Wiedersehen im neuen Jahr!