Recherchejournalisten unter einem Dach

In der Schweiz soll ein neues Kompetenzzentrum für journalistische Recherche entstehen. Vor allem Lokalzeitungen und regionale Medien sollen davon profitieren.

Gemeinsam mit dem MAZ – Die Schweizer Journalistenschule will der Verein investigativ.ch seine bisherigen Aktivitäten ausbauen. Geplant ist eine neue Plattform für Lokaljournalismus, die Wissen, Ideen und Rechercheansätze für Stories vermittelt. Die bestehenden Plattformen investigativ.ch und Öffentlichkeitsgesetz.ch sollen unter ein Dach kommen und von einer gemeinsamen Geschäftsstelle betrieben werden. 

Eine Anschubfinanzierung für das Projekt hat die Stiftung für Medienvielfalt zugesagt, die bereits die Basler TagesWoche oder das Berner Onlinemagazin Journal B mitfinanziert. Dauerhaft getragen werden soll das Kompetenzzentrum Recherche von Schweizer Verlagen und weiteren Sponsoren.

Schon heute betreibt der Verein investigativ.ch einen Recherche-Info-Pool, der sich mehrheitlich an national arbeitende Journalisten richtet. Gegen 100 Medienschaffende haben sich dem Verein seit der Gründung im Jahr 2010 angeschlossen. So soll ein nationales Recherche-Netzwerk entstehen, durch das von Lokaljournalisten bis hin zu hoch spezialisierten Wirtschaftsjournalisten alle profitieren.

Eine neue, von zwei Medienprofis betriebene Geschäftsstelle, soll die Aktivitäten des Kompetenzzentrums Recherche bündeln. Unter dem Dach der Geschäftsstelle soll auch die Website Öffentlichkeitsgesetz.ch betrieben werden. Der gleichnamige Verein engagiert sich für eine gute Umsetzung der Schweizer Öffentlichkeitsgesetze und wurde 2011 vom Verein Qualität im Journalismus als «beste Qualitätsinitiative im Schweizer Journalismus» ausgezeichnet.

Die neue Internetplattform für Lokaljournalismus entwickelt investigativ.ch gemeinsam mit dem MAZ. Die Seite soll im kommenden Jahr online geschaltet werden. Das MAZ bildet seit Jahren Lokaljournalistinnen und -journalisten aus und organisiert seit 2011 das Schweizer Forum für Lokaljournalismus.

Das Projekt will laut Konzeptpapier einen Kultur- und Wertewandel im Journalismus fördern. Es will Journalismus fördern, der durch eigenständige Recherche geprägt ist. «Stärkt man die Recherche, stärkt man gleichzeitig die Medienvielfalt und die Qualität des Journalismus im Allgemeinen», heisst es darin.

Rückfragen:
Dominique Strebel, Präsident investigativ.ch  079 588 90 68
Sylvia Egli von Matt, Direktorin MAZ  041 226 33 33
Martin Stoll, Präsident Öffentlichkeitsgesetz.ch 079 354 30 31

 

Unsere nächste Veranstaltung: Recherchen bei Sepp Blatter & Co.

Jean-François Tanda, Redaktor der Handelszeitung, berichtet von seinen Recherchen bei der Fifa, über Spin Doctors, drohende Anwälte, verschwiegene Informanten und anstrengende Einsichtsgesuche. Er geht zudem der Frage nach, wieso in der Schweiz kaum Recherchen zu internationalen Sportorganisationen gemacht werden.

Ort: Axel-Springer-Haus, Förrlibuckstrasse 70, Zürich, Sitzungszimmer Orion, 4. Stock

Datum: Montag, 2. Juli 2012 (ja, gleich am Tag nach dem Final)

Zeit: 18.30 – 20.00

Kosten: Für Mitglieder des Vereins investigativ.ch gratis; für Nicht-Mitglieder kostet der Anlass 10 Franken.

 

Rückblick auf die Jahrestagung des Netzwerks Recherche

Einige unserer Mitglieder fuhren Anfang Juni nach Hamburg an die Jahrestagung des Netzwerks Recherche, unsere deutsche Schwesterorganisation. Wie investigativ.ch-Präsident Dominique Strebel in seinem Blogbeitrag schreibt, hatte die Tagung hohen Nutzwert. Wer sich ärgert, dass er die Tagung verpasst hat, kann die Beiträge auf der Website zur Tagungsdokumentation nachlesen.

 

Weitere Veranstaltungen

Bis jetzt ist ausser dem Abend zur Fifa mit Jean-François Tanda noch keine Veranstaltung von investigativ.ch fest geplant. Wie immer finden Sie aber zahlreiche Veranstaltungstipps anderer Veranstalter in unserer Agenda.