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		<title>Investigativ.ch</title>
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	<description>Recherche-Netzwerk Schweiz</description><language>de</language><image>
		<title>Investigativ.ch</title>
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	<title>Recherchemethodik in 8 Schritten</title>
	<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=48&#38;cHash=869fd833fb0e47dd312faa60835da8aa</link>
<description>Florian Klenk, Jurist und investigativer Rechercheur aus Wien, sprach in Bern über Public...</description><content:encoded>
	<![CDATA[Florian Klenk, stellvertretender Chefredaktor des Falter und einer der Star-Rechercheure Österreichs, hat in Bern ein Loblied auf die Recherche im Stile der &quot;Old School&quot; gesungen: Informanten first, direkte Gespräche vor Ort, legal zugängliche Dokumente. Journalisten wie er seien noch ohne Internet aufgewachsen und hätten deshalb ein Handwerk gelernt, das viele digitale Journalisten heute gar nicht kennen würden - und das merke man der Qualität ihrer Texte an, die oft dem Copy-Paste-Journalismus frönen.
Der 39-Jährige lobte den investigativen Journalisten, der als Public Watchdog Missstände nicht nur aufzeigen, sondern Reformen bewirken wolle. Ganz anders als die Schosshund-Journalisten, die als lebendige Mikrofonständer unbedarft die Voten der Mächtigen übermittelte und der Hyänen-Journalisten, die Witwen schüttelnd und Leichen fleddernd mehr Schaden anrichteten, als Nutzen brächten.
Klenk hat in Österreich viele Aufsehen erregende Recherchen veröffentlicht - wie zum Beispiel zum Tod des Ausschaffungshäftlings <link http://www.youtube.com/watch?v=Oak8yvrBpHY _blank external-link-new-window "Seibane Wague">Seibane Wague.</link>
In Bern beschrieb er seine 8 goldenen Regeln zur erfolgreichen Recherche:<br /><b><br />Schritt 1: Hypothese stellen</b>
<ul><li>Warum ist die Story wichtig?</li><li>Leiden Menschen an den Missständen?</li><li>Funktioniert die staatliche Verwaltung nicht?</li><li>Sind auch andere Bürger betroffen?</li><li>Braucht es Reformen?</li><li>Hat jemand ein Interesse daran, dass die Geschichte geheim bleibt?</li></ul>
<br /><b>Schritt 2: Suche nach offener Information</b>
<ul><li>Augenschein vor Ort</li><li>Gesetze, Vorschriften</li><li>Aufsätze von Experten</li><li>Parlamentarische Vorstösse</li><li>Statistiken</li><li>Artikel anderer Kollegen</li><li>Fachliteratur</li><li>Berichte von NGOs</li></ul>
<br /><b>Schritt 3: Suche nach Informanten</b><br />Am besten geht man mit den Informanten in ihrem Tätigkeitsgebiet oder gewohnten Umfeld spazieren. Das fördert das offene Erzählen.
<ul><li>Betroffene, Opfer (erhalten oft Akteneinsicht, wenn es zum Verfahren kommt)</li><li>Sachverständige</li><li>Archivare (Superquelle!)</li><li>pensionierte Beamte</li><li>Richter, Polizisten, Anwälte</li><li>&quot;Informationsagenten&quot; (der grüne Gemeinderat im SVP-Dorf, der Pfarrer im Gefängnis etc.)</li></ul>
<br /><b>Schritt 4: Schutz der Informanten</b>
<ul><li>vor sich selbst</li><li>vor dem Journalisten (keine Mails, keine Anrufe im Büro!)</li><li>vor ihren Chefs</li><li>vor ihren Feinden und Kollegen</li><li>vor der Öffentlichkeit</li></ul>
<br /><b>Schritt 5: Dokumentiere und archiviere die Recherchen</b>
<ul><li>Recherchen-Protokolle</li><li>Datenbanken anlegen</li><li>Archive erstellen</li><li>Ordner beschriften</li><li>Adressbuch mit Schlagworten</li><li>Akten chronologisch ordnen</li></ul>
<br /><b>Schritt 6: Schreibe <i>Deine</i> Geschichte</b>
<ul><li>Der Autor hat Autorität übers Material</li><li>Reihe nicht nur Fakten aneinander, sondern gewichte</li><li>Vermeide den &quot;hinterhertelefonierten Experten&quot;</li><li>Zeige einen Ausweg</li></ul>
<br /><b>Schritt 7: Qualitätskontrolle</b>
<ul><li>Fact-Checking</li><li>Gegenlesen durch Kollegen</li><li>Jedes Faktum abhaken</li><li>Dem eigenen Anwalt schicken</li><li>Vorwürfe und Zitate an Betroffene schicken (am besten am Telefon vorlesen)</li></ul>
<br /><b>Schritt 8: Promote Deine Story</b>]]></content:encoded>
<pubDate>Mon, 07 May 2012 20:50:00 +0200</pubDate>
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<title>Agendasetting muss Sache der Journalisten sein!</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=47&#38;cHash=171aab9b7e02cb3c5dfb737f89957db4</link>
<description>Zusammenfassung des Referats von Beat Balzli, Chefredaktor Handelszeitung, anlässlich der GV des...</description>
<content:encoded><![CDATA[Verfügen die Medien noch über die eigene Lufthoheit, oder lassen sie sich ihre Geschichten&nbsp;von Spin Doctors diktieren? Sind wir Journalisten passiv, abhängig von einer gut organisierten Primeur-Industrie, und verpassen wegen des süßen Gifts der Primeurs die wirklich wichtigen Geschichten? Erfüllen wir noch die einzige Existenzberechtigung und hohe Schule der Medien: das Agendasetting?, fragte Beat Balzli die Mitglieder von investigativ.ch – und seine Antwort fiel, aus der Sicht des Wirtschaftsjournalisten, negativ aus.
Nicht alles war früher besser, sagt Balzli, aber es war, als er in den 1990er Jahren in den Journalismus einstieg, alles einfacher. PR-Leute waren graube Mäuse, man konnte ohne Umweg über Pressestellen mit den interessanten Leuten sprechen.&nbsp;
2001 wechselte ich zum <i>Spiegel</i>. In Deutschland waren da schon ein paar harte PR-Jungs unterwegs, aber die PR-Leute lancierten nicht selber Geschichten: Das taten die Redaktionen. 2010 kam ich als <i>Handelszeitungs</i>-Chefredaktor zurück in die Schweiz. Mich traf beinahe der Schlag. Das Ausmaß des Einflusses der PR-Leute hierzulande&nbsp;ist erschreckend; ihre Präsenz hat ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr gesund sein kann. Auch auf unsere Redaktion erhalten wir permanente Anrufe von Spin Doctors, die mit (angeblichen) Enthüllungen und Primeurs aufwarten. Lehnen wir es ab, auf solche gesteckten Informationen einzutreten, weil sie nicht relevant genug oder nicht ausreichend gesichert sind, kann ich die Geschichte danach&nbsp;meist in einem anderen Medium lesen.
Gründe für die Dimensionen des PR-Unwesens in der Schweiz:
1. Die Kreise sind klein in der Schweiz, man kennt sich, PR-Leute sind ehem. Journalisten.
2. Schweizer Journalisten wollen geliebt werden. Man glaubt, auf den Goodwill der PR-Leute angewiesen zu sein - dabei ist es gerade umgekehrt.
3. Bequemlichkeit. Investigativjournalismus heißt viel Arbeit, viel Aktenstudium, auch das Risiko, in Sackgassen zu recherchieren.
4. Ausgedünnte Ressourcen sind ein Grund, dass nicht genug hart recherchiert wird; es kann aber auch eine faule Ausrede sein.
5. Die Firmen haben viel dazugelernt.
Was tun? Bei der Handelszeitung versuche ich, mit der Situation so umzugehen:
- Wir haben die Zahl der Geschichten reduziert und konzentrieren uns auf das Wichtige.
- Die Leute müssen raus aus dem Büro. Die wirklich guten Informationen bekommt man kaum am Telefon - oder wenn, dann nur von Leuten, die man kennt.&nbsp;
- Interessant sind nicht die CEOs, sondern die Leute aus der zweiten Reihe, die oft sehr viel wissen, aber frustriert sind.&nbsp;
- Eine andere Kultur implementieren. Viel über Geschichten diskutieren.
- Rechercheteam haben wir keines. In Tageszeitungen können solche Teams vielleicht hilfreich sein, aber ich bin&nbsp;skeptisch. Es besteht die Gefahr einer Zweiklassengesellschaft auf der Redaktion. Zumindest in den harten Ressorts sollte es gar keine Journalisten geben, die nicht investigativ arbeiten.
- Ausbildung.
- Nicht glauben, dass sich im Informationszeitalter die guten Geschichten aus dem Netz fischen lassen
- Heiße Infos laufen im Vieraugengespräch.
Um dem süßen Gift der von PR-Profis servierten Primeurs nicht zu erliegen, muss ein Journalist
- Themen erkennen und selber generieren;
- ein PR-unabhängiges Netzwerk pflegen (geht an Tagungen, auch wenn die Tagung selber nicht interessant ist: Dort trefft ihr die Leute!);
- ein gesundes Misstrauen pflegen;&nbsp;
- einen unbedingten Willen zur Story kultivieren; und am wichtigsten:
- nicht geliebt, sondern respektiert werden wollen.
(Zusammenfassung: Marcel Hänggi)&nbsp;]]></content:encoded>
<pubDate>Sat, 05 May 2012 11:20:00 +0200</pubDate>
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<title>ETH Lausanne - Nestlé; Uni Zürich - UBS: Geheimverträge</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=37&#38;cHash=ac17b09dad4e2fc36adfc88845f5dfc9</link>
<description>Die WOZ will Verträge zwischen den ETH und Lehrstuhl-Sponsoren sehen. Die ETH Lausanne sagt, diese...</description>
<content:encoded><![CDATA[<div>«Transparenz» ist in den Wissenschaften ein Zauberwort. Aber wie halten es die Forschungsbetriebe selber damit? Für die WOZ habe ich bei den beiden ETH die Probe auf’s Exempel gemacht; von der Uni Zürich wollte ich den Vertrag mit der UBS über 100 Mio. Franken einsehen.</div>
<div>In <b>Lausanne</b> verlangte ich mit Berufung auf das BGÖ Einsicht in Verträge mit Nestlé betreffend zwei «Nestlé Chairs». Der Antrag wurde abgelehnt: die Verträge enthielten Geheimhaltungsklauseln und müssten. Diese Begründung ist brisant: Ein Lehrstuhl-Sponsoringvertrag mit Geheimhaltungsklausel ist mit «guter wissenschaftlicher Praxis» nicht vereinbar. Das sieht sogar der Präsident der ETH Lausanne, Patrick Aebischer, so: Als ich ihn fragte, weshalb die Verträge geheim seien, wusste er nichts davon und zeigte sich erstaunt: Da dürfe gar nichts Heikles drin stehen.&nbsp;</div>
<div>Die <b>ETH Zürich</b> bot mir an, mich über den Vertrag mit Syngenta betreffend den Lehrstuhl für nachhaltige Agrar-Ökosysteme «vollständig mündlich zu informieren». Zuvor schon hatten Syngenta-KritikerInnen den Vertrag sehen dürfen, mit der Auflage, nicht ohne Einwilligung der Schulleitung daraus zu zitieren. Juristisch dürfte das kaum zu halten sein: Entweder ein Vertrag ist geheim oder nicht; halbgeheim (einsehen, aber nicht zitieren dürfen) gibt es nicht.</div>
<div>Ferner wollte ich von beiden ETH Einsicht in die Register der Interessenbindungen ihres wissenschaftlichen Personals. Beide haben mit Berufung auf den Persönlichkeitsschutz abgelehnt. Auch das ist aus Sicht der «guten Praxis» fragwürdig. Zahlreiche wissenschaftliche Fachzeitschriften verlangen heute von ihren AutorInnen, ihre Interessenbindungen zu deklarieren, ebenso Tagungsveranstalter von ihren ReferentInnen. Wer wissenschaftlich arbeiten will, muss bereit sein, seine Interessen offen zu legen (ob es auch gemacht wird, steht auf einem anderen Blatt). Pikant: Die Juristin der ETH Lausanne, die mein Gesuch beantwortete, hatte mir zuvor – als ich mich noch nicht auf das BGÖ berufen hatte – schriftlich mitgeteilt, das Register der Interessenbindungen sei «nicht geheim».</div>
<div>Der Eidg. Öffentlichkeitsbeauftragte hat zwei Schlichtungsverfahren eröffnet.
Am 19. April 2012 gab die <b>Uni Zürich</b> eine Kooperation mit der UBS&nbsp;bekannt. Die UBS zahlt 100 Millionen Franken zur Schaffung von fünf Ökonomie-Lehrstühlen sowie eines neuen Instituts («UBS International Center for Economics in Society»). Die Unabhängigkeit des Instituts sei «vertraglich drei-, vierfach abgesichert», sagte der designierte Institutsleiter Ernst Fehr gegenüber der NZZ. Nur überprüfen darf man diese Information nicht – obwohl auch der Kanton Zürich das Öffentlichkeitsprinzip in der Verwaltung kennt.&nbsp;«Wir publizieren Verträge zu Stiftungslehrstühlen grundsätzlich nicht», sagt Pressesprecher Beat Müller. Ein Akteneinsichtsgesuch nach dem kantonalen <link https://www.oeffentlichkeitsgesetz.ch/deutsch/das-gesetz/kantonale-gesetze/?kanton=zuerich - external-link-new-window>Gesetz über die Information und den Datenschutz</link> hat der Uni-Rechtskonsulent Sven Akeret in einem formlosen Schreiben ohne Begründung abgelehnt. Ich habe nun eine rechtsmittelfähige Verfügung, wie sie das Gesetz vorsieht, verlangt.</div>
<div>Detailliertere Informationen <link http://www.mhaenggi.ch/transparenz.html - external-link-new-window>hier</link>.</div>
<div>Marcel Hänggi
Marcel Hänggi ist Geschäftsführer von investigativ.ch und freier Mitarbeiter der WOZ. Diese Informationen wurden erstmals publiziert im Zusammenhang mit einem Porträt des Präsidenten der ETH Lausanne, Patrick Aebischer, in der <link http://www.woz.ch - external-link-new-window>WOZ</link> vom 26. April 2012.</div>]]></content:encoded>
<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 18:00:00 +0200</pubDate>
</item>
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<title>Spurenlos googeln</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=42&#38;cHash=5680b9277c6bec93cdb4994629fbff10</link>
<description>Google ist unverzichtbar, aber wer googelt, hinterlässt Spuren. Aber nicht zwingend.</description>
<content:encoded><![CDATA[<div><link https://ixquick.de/ - external-link-new-window>Ixquick</link> betreibt den neuen Service <link https://www.startpage.com - external-link-new-window>Startpage</link>, mit dem man Google-Ergebnisse bekommt, ohne von Google ausgeforscht zu werden. Damit kann man anonymisierte Google-Ergebnisse bekommen: Keine Aufzeichnung der IP Adresse des Nutzers, kein Speichern seiner Suchanfragen, keine Verwendung von Tracking Cookies. Auch der Lokalisierungsfilter von Google und das Tracking, auf welche Treffer der Ergebnismenge der Nutzer klickt, werden so umgangen.</div>
<div>Ixquick ist eine Metasuchmaschine, sie geht besonders datenschutzkonform mit Nutzerdaten um und hat das erste europaeische Datenschutz-Siegel bekommen.</div>
<div>(Meldung übernommen von <link http://www.netzwerkrecherche.de - external-link-new-window>Netzwerk Recherche</link>)</div>
<div>(siehe auch <link http://recherche-info.de/2012/03/13/startpage-ist-das-neue-scroogle/ - external-link-new-window>recherche-info.de/2012/03/13/startpage-ist-das-neue-scroogle</link>)</div>]]></content:encoded>
<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 15:13:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title>Handbuch des Datenjournalismus</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=38&#38;cHash=08f5441e493d4b1a600b641deb81deca</link>
<description>Diese Woche erscheint das Data Journalism Handbook.</description>
<content:encoded><![CDATA[Das Data Journalism Handbook, herausgegeben vom European Journalism Center und der Open Knowledge Foundation und&nbsp;verfasst von führenden Vertreter/innen ihres Fachs in Großbritannien und den USA, erscheint sowohl gedruckt wie als Open-Source-Webversion.
<link http://datajournalismhandbook.org/ - external-link-new-window>Das Buch bestellen</link>; <link http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2012/apr/20/data-journalism-handbook - external-link-new-window>nähere Informationen vom Guardian</link>.
]]></content:encoded>
<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 11:29:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title>Wer fährt mit nach Hamburg?</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=36&#38;cHash=fd43d48dadd1b2bb4e80e4e33316b9fe</link>
<description>Am 1. und 2. Juni findet in Hamburg die Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche statt. </description>
<content:encoded><![CDATA[Fährst du auch mit? &nbsp;Wenn wir genug Leute sind, können wir Reise und Unterkunft in Hamburg gemeinsam organisieren. Bitte melde dich bei <link martin.stoll@sonntagszeitung.ch - mail>Martin Stoll</link> von der Sonntagszeitung! (und <link http://www.netzwerkrecherche.de/Projekte/Jahreskonferenzen/Jahrestagung-2012/ - external-link-new-window>hier</link> gehts zur NR-Jahreskonferenz, Programm und Anmeldung).]]></content:encoded>
<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 11:06:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title>100 Mio. geheime Forschungsgelder</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=33&#38;cHash=2cad2e4fab226a31cc8b80d3f9890b8e</link>
<description>Wer profitiert vom Geld, mit dem der Bund dem starken Franken begegnet? Das ist bislang geheim.</description>
<content:encoded><![CDATA[Mit 100 Mio. Franken fördert der Bund die&nbsp;Forschung von Schweizer Unternehmen. Auf Anfrage des «Beobachters» weigert sich die zuständige Kommission für Technologie und Innovation&nbsp;bekannt zu geben, wer das Geld erhält. Der Ball liegt nun zur Schlichtung&nbsp;beim Eidg. Öffentlichkeitsbeauftragten. <link https://www.oeffentlichkeitsgesetz.ch/deutsch/2012/04/wo-sind-die-100-millionen-hin/ - external-link-new-window>Mehr &nbsp;auf oeffentlichkeitsgesetz.ch</link>.]]></content:encoded>
<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 14:49:00 +0200</pubDate>
</item>
<item>
<title>investigativ.ch-Präsident wechselt ans MAZ</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=31&#38;cHash=f537eafe5e3fc617df2a890579b63e27</link>
<description>Dubiose Rechtsanwälte, renitente Behörden und Journalistik-Studierende haben Grund zur Freude:...</description>
<content:encoded><![CDATA[Es ist ein Job, den man als investigativer Journalist mit einem Flair<br />für Weiterbildung nicht ablehnen kann: Co-Studienleiter am MAZ,<br />zuständig für die Diplomausbildung Journalismus. Dominique Strebel,<br />Jurist und seit siebeneinhalb Jahren Redaktor beim «Beobachter»,<br />wechselt deshalb auf Anfang Oktober vom investigativen ins pädagogische<br />Fach. Am MAZ tritt er die Nachfolge von Rolf Wespe an, der pensioniert<br />wird. Der promovierte Jurist war früher unter anderem als<br />Bundesgerichtskorrespondent für Radio DRS, als Redaktor bei der<br />Zeitschrift «Plädoyer» und für die «NZZ am Sonntag» tätig.<br /><br />Über den Rollenwechsel vom investigativen Journalist zum<br />Journalistik-Dozent werden sich nicht nur MAZ-Studierende freuen:<br />Dominique Strebel hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Fälle aus dem<br />Justizbereich aufgedeckt, mit denen er sich bei Anwälten, Richtern und<br />Betrügern nicht nur Freunde gemacht hat. Seine Arbeit hat ihm denn auch<br />verschiedene Preise eingebracht: den Bedag-Medienpreis, den Preis des<br />Schweizerischen Anwaltsverbandes sowie den Zürcher Journalistenpreis.<br />Er freue sich auf die Projekte, die am MAZ entstehen, «um gestandene<br />Journalistinnen und Journalisten in ihrem über die Jahre ermüdenden Job<br />zu unterstützen», sagt Dominique Strebel: «Und ich freue mich auf die<br />jungen gwundrigen Journalistinnen und Journalisten, die den Journalismus<br />von morgen prägen werden.»]]></content:encoded>
<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 10:02:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title>Karriere-Sprung eines Investigativen</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=30&#38;cHash=40786275ede7c1d43ca9a5da17ed5fc8</link>
<description>Der 26-jährige Basler Journalist Julian Schmidli ist der erste Gewinner des neuen...</description>
<content:encoded><![CDATA[Mit dem Preis erhält Schmidli die Möglichkeit, im neuen Recherchedesk von SonntagsZeitung und Le Matin Dimanche in Bern mitzuwirken. Dieses ist ab 1. April operativ. Im neuen Recherchepool arbeiten ausser ihm Dani Glaus, Catherine Boss und Martin Stoll von der SonntagsZeitung und Titus Plattner von Le Matin Dimanche. Geleitet wird es von Oliver Zihlmann. Ein Senior-Editor und eine Stagiaire aus der Westschweiz sollen nächstens publik werden.<br /><br />Das nationale Recherchedesk ist in Bern stationiert. Es ist auf Initiative von tamedia-Verleger Pietro Supino zustande gekommen. Die Journalisten haben die Möglichkeit, während mehreren Wochen an einem Thema zu arbeiten. Supino strebt damit &quot;eine deutlich höhere publizistische Substanz der einzelnen Geschichten und eine reichere Faktenlage und Vertiefung&quot; an. Im Branchenmagazin &quot;Schweizer Journalist&quot; versprach SonntagsZeitung-Chefredaktor Martin Spieler: &quot;Wir werden den Recherchejournalismus in diesem Land weiterbringen.<br /><br />Preisträger Schmidli studierte Medienwissenschaften und Kulturanthropologie in Basel und hat jüngst den Master of Arts in Journalism abgeschlossen, den das MAZ in Kooperation mit der Hamburg Media School anbietet. Er ist Mitglied von investigativ.ch und hat mit besonderen Rechercheleistungen auf sich aufmerksam gemacht. Unter anderem schrieb er für Spiegel Online, Financial Times Deutschland, NZZ und TagesWoche. Daneben engagiert sich Schmidli für die Entwicklung von datenjournalistischen Aktivitäten in der Schweiz.]]></content:encoded>
<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 14:13:00 +0100</pubDate>
</item>
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<title>Conférence swissinvestigation.net: s'inscrire maintenant!</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=29&#38;cHash=b4a1b58d6086631eb35424ac983bcc9e</link>
<description>Ganztägige Konferenz am 27. April in Genf, u.a. mit einer Ex-Agentin von MI5, organisiert von...</description>
<content:encoded><![CDATA[Ganztägige Konferenz am 27. April in Genf, u.a. mit einer Ex-Agentin von MI5, organisiert von unseren welschen Freundinnen und Freunden. Näheres <link http://www.swissinvestigation.net/fr/news/?ID=105 _blank external-link-new-window>hier</link>.]]></content:encoded>
<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 18:12:00 +0100</pubDate>
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<item>
<title>Beugehaft für Journalisten</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=24&#38;cHash=347e99b9f4b3b2d02258850fd454b9e2</link>
<description>Der Fall Nef wird um ein Kapitel reicher: Das Zürcher Obergericht will den Journalisten Karl Wild...</description>
<content:encoded><![CDATA[Um Thomas Haslers Artikel&nbsp;<i>Journalist droht Beugehaft im TA vom 23. Januar 2012</i>&nbsp;ist eine gewisse Unruhe entstanden. Kehren wir zurück zu den frühmodernen Tatbeständen der brachial erzwungenen Zeugnisabgabe? Es geht um den &quot;Fall Hafner&quot;. Ein bekannter Detektivkadermann der Zürcher Stadtpolizei, Fredi Hafner, war am 2. 4. 2009 vom Einzelrichter des Bezirksgerichts Zürich verurteilt worden, das Amtsgeheimnis verletzt zu haben. Indizien liessen &quot;mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit darauf hindeuten&quot;, dass Hafner dem &quot;SonntagsZeitungs&quot;-Journalisten Karl Wild Dokumente aus dem Polizeiinformationmssystem Polis zugesteckt hatte: Über Stalkingvorwürfe gegen den früheren Armeechef Roland Nef. Die &quot;SonntagsZeitung&quot; publizierte diese Vorwürfe schliesslich im Faksimile eines Polizeirapports. Der neuernannte Armeechef musste wenig später zurücktreten (Juli 2008). Hafner, der den SZ-Journalisten Wild seit langem kannte und sich kurz vor der Publikation auch mit ihm und dem SZ-Chefredaktor Andreas Durisch getroffen hatte, gab zu, mit den beiden über den Fall Nef gesprochen zu haben. Er bestritt aber, Akten an irgendwen herausgegeben zu haben. &quot;Im Sinne einer Schlussfolgerung&quot; hatte der Einzelrichter den Polizeikadermann zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 160 Franken verurteilt.
Wild bestätigte, mit dem ihm seit Jahren bekannten Hafner Fragen zu der Akte besprochen zu haben. Zunächst hatte er sich auf das 1997 auf Druck des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte eingeführten Zeugnisverweigerungsrecht für Berufsjournalisten berufen (Art 28a StGB, seit 1. 1. 2011 Art. 172 der neuen eidgenössischen StPO). Der Berufsjournalist kann das Zeugnis über Inhalt und Quellen seiner Information verweigern. Zwar hat das Parlament hat eine Reihe von Ausnahmen in das Gesetz geschrieben, von denen hier aber keine zutrifft.
Hafner zog das Urteil weiter an das Zürcher Obergericht. Nun schaltete der bisher nicht einvernommene Karl Wild einen andern Gang ein. Er erklärte sich als Zeuge zur Aussage bereit, er habe die Dokumente dezidiert nicht von Hafner erhalten, wolle aber weiter nicht sagen, wer ihm diese überreicht habe. (Hafners Verteidiger hatte stets behauptet, eine Reihe weiterer Polizisten habe Zugriff auf die später publizieten Dokumente gehabt).&nbsp;
Die 1. Strafkammer des Zürcher Obergerichts hat in einem 13-seitigen Beschluss vom 13. Januar 2012 das selektive Zeugnisangebot von Karl Wild zurückgewiesen. Und jetzt kommt eine übergangsrechtliche Komplikation ins Spiel: Neben der neuen eidgenössischen Strafprozessordnung gilt in einigen prozessualen Aspekten die &quot;alte&quot; zürcherische Strafprozessordnung aus dem Jahr 1919 (2009 renoviert), da der hier umstrittene Entscheid - Hafners Verurteilung – am 30. 3. 2009 ergangen war, also vor Inkrafttreten der Eidgenössischen StPO am 1. 1. 2011 (so ausdrücklich StPO Art. 453).&nbsp;
Die &quot;alte&quot; Zürcher StPO sagt in § 132, eine Erklärung, Zeugnis ablegen zu wollen, sei für die Hauptverhandlung verbindlich. Und in § 134 bestimmt sie, ein Zeuge, der grundlos das Zeugnis verweigere, könne bis 24 Stunden in Beugehaft gesetzt werden; beharre er auf seiner Weigerung, könne er dem Strafrichter wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung überwiesen werden. Laut StGB Art. 292 kann eine Busse bis 10 000 Franken ausgesprochen, gemäss StGB Art. 103 bei Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe&nbsp; angedroht werden.
Diese Schlaufe war nötig, weil das Zürcher Obergericht zur Frage, ob auch ein Teilverzicht auf das Zeugnisverweigerungsrecht möglich sei, für diesen Fall klar mit Nein antwortet. In der Lehre sind allerdings beide Meinungen von prominenten Prozessrechtlern vertreten. Für den &quot;Fall Wild&quot; exerziert das Obergericht die Variante durch und meint, zwar sehe die neue eidgenössische Strafprozessordnung vor, dass sich Zeugen jederzeit auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen oder den Verzicht widerrufen könnten (Art. 175 I StPO). Aber damit sei nicht ein solcher à-la-carte Verzicht gemeint, der ja zuliesse, dass der Richter sämtliche Verdächtigte dem Ja/Nein des Zeugen aussetzen würde.
Das führt dann zur rigorosen Drohung des Obergerichts, dass Wild auf sein Zeugnisverweigerungsrecht bindend verzichtet habe und bei neuerlicher Verweigerung mit den Sanktionen der alten Zürcher Strafprozessordnung rechnen müsse – inklusive 24stündiger Beugehaft. Immerhin könne Wild an das Bundesgericht gelangen (Art. 93 Bundesgerichtsgesetz).
Prozessbeobachter und – laut Hafners Verteidiger – auch Staatsanwälte wundern sich, dass die Oberrichter nicht bereit sind, den wählerischen Zeugen Wild erst mal anzuhören und dann zu entscheiden, ob sein Zeugnis / seine Aussage das Gericht überzeugt oder nicht. Wilds Ausage könnte ja auch der Wahrheitsfindung dienen. Es mutet tatsächlich seltsam an, dass die obrigkeitsstaatliche Beugehaft im Schatten der modernen eidgenössischen Strafprozessordnung an der Limmat (anders als in den meisten Kantonen) belebt werden soll. Und das in einem Fall Hafner, bei dem es um so niedrige Strafsätze geht.
<i>Peter Studer, (Rechtsanwalt und alt-Chefredaktor TA, SF), Autor mit R. Mayr von Baldegg des Handbuchs &quot;Medienrecht für die Praxis&quot; (4. Aufl. 2011).</i>
]]></content:encoded>
<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 20:09:00 +0100</pubDate>
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<title>Ethik für den Hosensack</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=22&#38;cHash=0f4aa2c1ac30f209aa6a767d4becff18</link>
<description>Den Schweizer Presserat gibt es jetzt auch für den Hosensack. Sein gesammeltes Wissen lässt sich...</description>
<content:encoded><![CDATA[«So arbeiten Journalisten fair»: Was der ehemalige Presseratspräsident Peter Studer und der langjährige Presseratssekretär Martin Künzi in ihrem Buch zusammengetragen haben, trägt den Untertitel «Was Medienschaffende wissen müssen». Und seien wir ehrlich: Wer weiss schon, was es mit den elf «Pflichten», sieben «Rechten» und 40 «Richtlinien» schon wieder auf sich hat?<br /><br />Die beiden Autoren verzichten zum Glück darauf, diese zu dozieren. Viel mehr legen sie einen Ratgeber entlang journalistischer Alltagfragen vor, in dem man sich schnell mit seinem Problem wiederfindet. Beim Recherchieren (Darf ich das auch verdeckt?), beim Interview (Muss ich kritisierte Drittpersonen anhören?) bis zum Schreiben (Darf ich die Person mit Namen nennen?).<br /><br />Jede Frage wird mit echten Beschwerdefällen und den Stellungnahmen des Presserates illustriert. Das macht das Buch sogar nachttischtauglich. Für den journalistischen Alltag helfen Checklisten.<br /><br />«So arbeiten Journalisten fair» hat es auf 200 Seiten gebracht. Dank der vielen Beispiele dürften sie sogar gelesen werden. Dass sich das lohnt, wissen zumindest jene Journalisten, die schon Rügen vom Presserat eingefangen haben. Anders als ein Gericht kann der Rat zwar keine Strafen aussprechen. Seine Stellungnahmen publiziert er aber im Internet, mit dem Namen des Journalisten und des Mediums.<br />Das Buch gehört darum auf jede Redaktion, die App auf jedes Journi-Handy.<br /><br /><link http://ratgeber.presserat.ch/ - external-link-new-window>http://ratgeber.presserat.ch</link>]]></content:encoded>
<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 09:16:00 +0100</pubDate>
</item>
<item>
<title>Wie es sein könnte: «The Proxy Platform»</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=21&#38;cHash=3fa306781201f76a8cc6f64b36a09354</link>
<description>Monatelang haben die Mitglieder des «Organized Crime and Corruption Reporting Project» über das...</description>
<content:encoded><![CDATA[Es begann mit einem Streit unter Geschäftspartnern. Im Jahr 2008 zeigte ein rumänischer Pneuhändler drei Partner an, weil sie ihn angeblich über eine Offshore-Gesellschaft names Tormex um rund 437 000 Dollar betrogen haben sollen. Bei der Untersuchung entdeckten die Behörden allerdings wesentlich grössere Beträge. Allein über ein Tormex-Konto in Lettland waren über 680 Millionen Dollar geflossen. Dabei besass die Firma weder Büroräumlichkeiten noch Angestellte.
<span lang="DE-CH">Das war der Moment, als sich das «<link http://www.reportingproject.net/occrp/ - external-link-new-window>Organized Crime and Corruption Reporting Project</link>» (OCCRP) an die Arbeit machte. Das OCCRP ist ein Netzwerk von investigativen Journalistinnen und Journalisten, Recherche-Organisationen und Medien in Osteuropa.&nbsp;</span>
<span lang="DE-CH">Während Monaten durchleuchteten die&nbsp;</span><span lang="FR-CH">Rechercheure</span><span lang="DE-CH">&nbsp;Bankdaten, Geldtransfers und weitere verdächtige Transaktionen rund um den Globus.</span><span lang="DE-CH">&nbsp;</span><span lang="DE-CH">Nun präsentieren sie das Ergebnis ihrer&nbsp;</span><span lang="FR-CH">Arbeit</span><span lang="DE-CH">: «<link http://www.reportingproject.net/proxy/ - external-link-new-window>The Proxy Platform</link>»,&nbsp;</span><span lang="FR-CH">eine interaktive Website, auf der neben den Artikeln und Dokumenten auch die Netzwerke der organisierten Kriminalität dargestellt sind, denn das war das eigentliche Resultat der Recherchen&nbsp;: Mit ihrer Fleissarbeit deckten die osteuropäischen Kolleginnen und Kollegen ein schier unglaubliches Netzwerk&nbsp;</span>von Menschenhändlern, Drogenschmugglern und Geldwäschern auf.&nbsp;<span lang="DE-CH"></span>&nbsp;
<span lang="DE-CH">«The Proxy Platform» ist aber unabhängig von ihrem Inhalt vor allem eines: Ein Plädoyer für einen Blick über den eigenen (Redaktions-) Tellerrand hinaus, weg vom herkömmlichen «Ich-lasse niemanden-an-meine-Recherchen-heran»-Denken. Es ist eine Recherche, wie sie sein könnte – und dank den ebenfalls online zugänglichen Dokumenten ein möglicher Ausgangspunkt für weitere Recherchen.</span>]]></content:encoded>
<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 08:48:00 +0100</pubDate>
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<title>Wikipedia- Quelle oder Falle für JournalistInnen</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=20&#38;cHash=811780d1c8efdb07f6a50329c3308d92</link>
<description>Wer die Verlässlichkeit von Wikipedia als Quelle einschätzen will, braucht mehr als «Common sense»....</description>
<content:encoded><![CDATA[<span lang="DE-CH"></span><span lang="DE-CH"></span>Bei welchem der folgenden drei Artikel in Wikipedia ist die Wahrscheinlichkeit am grössten, dass die Fakten stimmen? Beim Text über Unterhaltungspromi Michelle Hunziker, demjenigen über den ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush oder bei einem Text über einen ETH-Professor?<span lang="DE-CH"></span>&nbsp;
<span lang="DE-CH">George W. Bush dürfte wegfallen, denn in Wikipedia kann sich jedermann als Online-Enzyklopädie-Schreiber beteiligen – und der frühere US-Präsident hat sich während seiner Karriere derart viele Feinde geschaffen, dass wohl nicht wenige die Gelegenheit nutzen werden, ihm wenigstens im Internet eins auszuwischen.&nbsp;</span>
<span lang="DE-CH">Michelle Hunziker? Allein die Gerüchte über ihr Liebesleben sind widersprüchlich genug, um an der Verlässlichkeit eines Wikipedia-Artikels über die Moderatorin zu zweifeln.&nbsp;</span>
<span lang="DE-CH">Bleibt nur noch der Professor. Über einen geachteten Dozenten der ETH wird wohl nichts Falsches in Wikipedia zu finden sein, Artikel über ihn muss einfach verlässliche Fakten liefern.&nbsp;</span>
<span lang="DE-CH">Ein Irrtum, wie Wikipedia-Mitarbeiter Nando Stöcklin bei der Veranstaltung von investigativ.ch von Mitte November erklärte: Für Bush und Hunziker interessieren sich derart viele Nutzer der Online-Enzyklopädie, dass Fehler und bewusste Falschinformationen umgehend von anderen Nutzern korrigiert werden. Ein Artikel über einen ETH-Professor jedoch findet nur ein beschränktes Publikum. Entsprechend hoch ist die Gefahr von unkorrigierten Fehlern oder falschen Fakten im Text. Qualität kann eben auch eine Frage der Quantität sein.</span>
Das Protokoll zur Veranstaltung vom 15. November 2011 zum Thema «Wikipedia – Quelle oder Falle für JournalistInnen?» sowie die Präsentation von Nando Stöcklin gibt es&nbsp;<link 97 - internal-link>hier</link>.
&nbsp;<span style="font-size:12.0pt; font-family:Arial" lang="DE-CH"><br /></span>&nbsp;]]></content:encoded>
<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 09:09:00 +0100</pubDate>
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<title>Service-Club für Rechercheure</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=13&#38;cHash=d80c62b951f517add297aacdeb05e344</link>
<description>Praktiker für Praktiker. Das ist die Idee hinter investigativ.ch, dem Recherche-Netzwerk der...</description>
<content:encoded><![CDATA[Hier finden Mitglieder praktische <link 56 - internal-link>Tipps und Tricks</link> und eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen. Rund zwei Dutzend Leute stehen hinter der Website, die vom gleichnamigen <link 23 - internal-link>Verein</link> betrieben wird.<br /><br />Aber diese Plattform braucht die Mitarbeit aller Interessierten. Je mehr ihr Wissen teilen, desto besser werden die Recherchen und damit die Sendungen und Artikel. Darum besteht überall die Möglichkeit der Kommentierung oder des direkten Mails für Anregungen, Korrekturen oder Ergänzungen. Austausch macht Spass, bringt einen weiter und nährt die Leidenschaft für gute Stories.<br /><br />investigativ.ch ist auch eine Lobby für Rechercheanliegen. So führen wir derzeit Gespräche mit Strafverfolgern über die manchmal beschwerliche Haltung der Behörden bei der Herausgabe von Strafbefehlen und Einstellungsverfügungen.<br /><br />Und nicht zuletzt coachen und unterrichten wir junge Journalistinnen und Journalisten, helfen aber auch bei Tagungen wie der Herzberg-Tagung mit oder organisieren Weiterbildungen für gestandene Rechercheure (vgl. <link 25 - internal-link>Agenda</link>). Praktikerinnen für Praktikerinnen eben.<br /><br />Recherchewissen ist shareware. Davon sind wir überzeugt. Und unsere Erfahrungen sind open source. Zumindest für Mitglieder. Und <link 19 - internal-link>Mitglied</link> können alle hauptberuflichen Journalisten werden.]]></content:encoded>
<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 15:30:00 +0100</pubDate>
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<title>Bekennerschreiben</title>
<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=18&#38;cHash=4720b8c43153b2a081f199bfe9963377</link>
<description>Nicht recherchiert, nur an der Oberfläche gekratzt. Einem Lobbyisten auf den Leim gekrochen. Seien...</description>
<content:encoded><![CDATA[Nicht recherchiert, nur an der Oberfläche gekratzt. Einem Lobbyisten auf den Leim gekrochen. Seien wir ehrlich: Das hätte wir besser gekonnt. Dummerweise haben wir es nicht gemacht.
Journalisten –&nbsp;selbst investigative – sind nicht selten&nbsp;überheblich, nicht frei von Neid und oft ziemliche Mimosen. Eher schlecht darum&nbsp;die Voraussetzung, sich&nbsp;eigene Fehler einzugestehen oder gar daraus zu lernen.
Überraschend, mutig und bestimmt nötig, ist darum das Outing einiger <link http://www.taz.de/Unsauberer-Journalismus-bei-der-taz/!81016/ _blank external-link-new-window>TAZ-Journalisten</link>&nbsp;diese Woche – im eigenen Blatt. Sie nennen Artikel, die sie besser nie geschrieben hätten. Und sie erklären, was sie falsch gemacht haben.
Der Journalist zum Beispiel, den Umweltschützer mit einer Exklusivstory verführten, wofür der Schreiber sein kritisches Bewusstsein ins Zwischenlager schickte. Andere schildern aufwändige Recherchen in fremden Ländern, die nie erwähnte Zahlmeister möglich machten.
Journalisten stehen mit Namen für ihre peinlichsten Fehler hin. Nicht, dass bei der TAZ besonders viele Masochisten arbeiteten, das Blatt will eine Debatte darüber auslösen, wie gezielt Lobbyisten mittlerweile Einfluss auf Journalisten nehmen.
Zur Nachahmung empfohlen. Ein elektronischer Beichtstuhl auf investigativ.ch, zum Beispiel. Interessierte dürfen sich&nbsp;<link kontakt@investigativ.ch - mail Bekennerschreiben>melden.</link>]]></content:encoded>
			
			<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 15:29:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Die alte Tante und die neuen Medien</title>
			<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4&#38;cHash=01fb751ecff8045ca100d4596d95df01</link>
			<description>Der Gedanke war naheliegend. Ein 31-jähriger Banker, auf Facebook aktiv, könnte sich durchaus auch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Name des mutmasslichen Täters – Kweku Adoboli – war schnell durchgesickert, und so setzte man sich an der Falkenstrasse an den Computer. Und siehe da: Unter dem Username «KwekuAdoboli» fand sich tatsächlich ein Twitterer, noch dazu einer, der sich über Geldfragen äusserte. So schreibt besagter «KwekuAdoboli» von arbeitslosen Müttern, die pro Stunde 359 Dollar verdienten und erwähnt sein eigenes Salär: mal sind es 320 Dollar, mal 400. Diese Tweets, so schreibt die «NZZ» gäben einen 	«anekdotischen Einblick» in die Gedankenwelt des mutmasslichen Betrügers.  Schön wär's. «KwekuAdoboli», so musste die alte Tante ein paar Tage später ziemlich kleinlaut eingestehen, war ein zufällig gewählter Name eines Spammers, der mit den Tweets eine dubiose Internetseite bewerben wollte. Die Tweets hätten somit «keine Relevanz».
  Wenn nicht die Tweets, dann die Recherche. Denn was sich die «NZZ» mit einer gehörigen Portion Blauäugigkeit einbrockte, zeigt eine der Fallen von sozialen Medien für investigative Journalistinnen und Journalisten: Einträge bei sozialen Netzwerken sind alles andere als verlässliche Quellen. Auch sie lassen sich aber auf ihre Authentizität prüfen. 
Dass dies keine Hexerei sondern letztlich journalistisches Handwerk ist, zeigte der deutsche Journalist und Rechercheur Boris Kartheuser an der Herzberg-Tagung vom 2. November. <b>Seine Präsentation findet sich im Memberbereich unter dem Stichwort «Recherche in sozialen Netzwerken».</b>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 17:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Sind Quellen wirklich noch sicher?</title>
			<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=17&#38;cHash=f4873eddc60bec7f980c2fc35a075f16</link>
			<description>Quellenschutz ist das oberste Gebot für investigative Journalistinnen und Journalisten. Die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Journalisten schützen ihre Quellen. Die meisten Journalisten würden lieber ins Gefängnis gehen, als Informanten auffliegen zu lassen. Doch reichen ethische Prinzipien zum Schutz brisanter Information heute noch aus? Nein, schreibt der IT-Sicherheitsexperte <link http://www.dubfire.net/>Christopher Soghoian</link> in der <link http://www.nytimes.com/2011/10/27/opinion/without-computer-security-sources-secrets-arent-safe-with-journalists.html?_r=3&pagewanted=all>New York Times</link>. Wie sicher Quellen und Informationen seien, hänge immer mehr auch von den Computer-Kenntnissen von Journalisten ab. Verschiedene Vorfälle wie etwa der <link http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-10/ccc-bundestrojaner-onlinedurchsuchung>Bundestrojaner</link> oder die <link http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/nicolas-sarkozy/8738060/French-intelligence-chief-under-pressure-to-resign-after-spies-targeted-journalist-to-protect-Nicolas-Sarkozy.html>Enttarnung eines Whistleblowers</link> durch abgehörte Telefonate eines „Le Monde“-Journalisten hätten gezeigt, wie wichtig sichere Kommunikation im Umgang mit heiklen Informationen sei, warnt Soghoian. Dennoch würden nur wenige Journalisten mit Tools und Technologien arbeiten, die die Sicherheit erhöhten. Dabei sei die Nutzung solcher Instrumente gerade für investigative Journalisten essenziell: Denn wer seine Quellen nicht schützen könne riskiere, keine brisanten Informationen mehr zugespielt zu bekommen. 
Im Netz sind verschiedene Sammlungen von Tools sowie Anleitungen zu finden. Eine umfassende <link http://www.hackerscorner.org/wp-content/uploads/2011/04/yvette.pdf>Aufstellung von einfach zu befolgenden Verhaltensregeln</link> hat die italienische IT-Sicherheitsspezialistin <link http://blog.yvetteagostini.it/>Yvette Agostini</link> zusammengestellt (ab S. 11 im PDF). Als Einstieg in die Tools eignet sich die <link http://mobileactive.org/mobilesecurity-citizenjournalism>Anleitung für Bürgerjournalisten </link> von <link http://mobileactive.org/>mobileactive.org</link>, einer global aktiven Organisation, die mobile Kommunikation für soziale Zwecke fördern will. Die zur Zeit umfassendste und aktuellste Liste von <link http://www.mathaba.net/news/pda.shtml?x=629141>Tools für Journalisten</link> inkl. einer langen Linkliste haben Aktivisten von <link http://www.mathaba.net/>mathaba.net</link> als Reaktion auf den Artikel von Soghoian zusammengestellt. Die Liste* beantwortet Fragen wie: Wie kann ich meinen Computer vor Zugriffen schützen? Wie kann ich surfen, ohne Spuren zu hinterlassen? Was kann ich tun, wenn mein Computer verloren geht/gestohlen wird? Sicherheit lässt sich aber auch durch das Verhalten erhöhen. 
Wer hat Erfahrung mit diesen Tools? Bitte teilt sie mit uns (über die Kommentar-Funktion).
*Die Liste ist umfassend, die Quelle allerdings dubios: Mathaba.net ist eine dem abgesetzten Gaddafi-Regime nahestehende Nachrichtenorganisation, die vor allem durch <link http://www.mathaba.net/news/pda.shtml?x=629077>krude Verschwörungstheorien</link> auffällt. Dennoch ist die Liste, für die international anerkannte Tools und Vorgehensweisen zusammen getragen wurden, brauchbar. Dass gerade solche Organisationen solche Listen publizieren zeigt übrigens, wie schmal der Grat zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und Paranoia ist.
<b>Zusammenfassung/Übersetzung: <link http://www.alexandrastark.ch/>Alexandra Stark</link> (Studienleiterin MAZ und freie Journalistin).</b>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 19:29:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Recherchieren in den Zeiten nach Fukushima</title>
			<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=14&#38;cHash=36d677a1d618b406b46bc1d789a2e353</link>
			<description>Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat verspricht, «offen und transparent» zu...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<span lang="DE-CH">Es hat jeweils etwas von einer Schulreise, wenn das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) zu einer Medienkonferenz einlädt, denn die Veranstaltungen der obersten Schweizer Atomaufsicht finden konsequent in Brugg statt. So pilgern denn die Journalistinnen und Journalisten aus Bern oder Zürich gemeinsam an die Industriestrasse 19 und quetschen sich dort in ein viel zu kleines Sitzungszimmer. Nach der Veranstaltung ziehen sie wieder von dannen – und rätseln auf dem Heimweg gemeinsam, was man ihnen nun eigentlich gerade (nicht) mitgeteilt hat </span>
<span lang="DE-CH">Denn die Aufsichtsbehörde führt auch nach der nuklearen Katastrophe in Fukushima die Informationspolitik weiter, die es schon seit Jahren praktiziert: Sie gibt immer nur soviel preis, wie sie unbedingt muss. Und dies auch nur dann, wenn es ihr gerade passt. Daran ändert auch ein neuer, von vermeintlichen Informationen strotzender <link http://www.ensi.ch/ - external-link-new-window>Webauftritt</link> nichts.</span>
<span lang="DE-CH">Geradezu exemplarisch zeigte sich die (Nicht-)Informationspolitik des ENSI bei den&nbsp; </span>Vorgängen rund um die Sicherheitsnachrüstungen im AKW Mühleberg. Diese Nachrüstungen hatte das ENSI im August mit einem so genannten Freigabeentscheid – einer Art Baubewilligung – genehmigt. Journalisten, die die entsprechenden Dokumente mit Verweis auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen wollten,&nbsp; bissen beim Rechtsdienst der Behörde jedoch auf Granit. Es handle sich um ein nicht abgeschlossenenes Geschäft, folglich sei eine Einsicht nicht möglich, beschied man ihnen in Brugg. 
<span lang="DE-CH">Als das Geschäft dann abgeschlossen war und das ENSI der BKW offiziell erlaubte, Mühleberg wieder hochzufahren, hielt man es bei der Atomaufsicht nicht für nötig, die Öffentlichkeit unverzüglich darüber zu informieren. Erst einen Tag nach der offiziellen Bewilligung – einem Samstag – verbreitete das ENSI die Meldung über Twitter. Für die Sonntagszeitungen war es da längst zu spät für eine Recherche. </span>
<span lang="DE-CH">Sie hätten sowieso schlechte Karten gehabt, jemanden zu erreichen, denn Mediensprecher Anton Treier ist grundsätzlich nur zu Bürozeiten und via Festnetz zu sprechen –&nbsp;wenn überhaupt. Eine Handynummer gibt das ENSI nicht bekannt. Damit bleibt meist nur der Weg via Email. Die Antworten, die man dann – oft verspätet, denn «Redaktionsschluss» ist bei der Medienstelle keine relevante Grösse – erhält, halten sich formalistisch an den engen Wortlaut der gestellten Fragen. Wer nicht absolut präzise fragt, erhält entsprechend vage Antworten. Der Journalist greift folglich für eine Rückfrage zum Telefon – und das leidige Spiel geht von vorne los. </span>
<span lang="DE-CH">In den ersten Wochen nach Fukushima, als im ENSI Ausnahmezustand herrschte, war es für Medienschaffende in einigen Fällen möglich, mit ENSI-Fachleuten direkt zu sprechen. Tempi passati. Nun führt der Weg wieder zwingend über die Medienstelle, und damit –&nbsp;siehe oben – ins Niemandsland.&nbsp; </span>Hintergrundgespräche mit Kadermitarbeitern werden von der Medienstelle abgeblockt, selbst wenn diese ihre Bereitschaft zu einem solchen Gespräch signalisieren.
<span lang="DE-CH">Das ENSI wolle «offen und transparent» informieren, erklärt Direktor Hans Wanner <link http://www.ensi.ch/de/2011/07/18/andrea-mueller-und-sebastian-hueber-verstaerken-die-ensi-kommunikation/ - external-link-new-window>auf der Website der Behörde</link> – kein gänzlich neues Versprechen: Schon 2009 stand in den strategischen Zielen des ENSI zu lesen: «Die Bevölkerung wird verständlich und fundiert informiert». </span>
<span lang="DE-CH">Verständlich, fundiert, offen und transparent. Das sind hehre Absichten. Schade nur, dass die Wirklichkeit anders aussieht.</span>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 10:32:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Aus den Randspalten gezerrt</title>
			<link>http://www.investigativ.ch/index.php?id=28&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=16&#38;cHash=651fa29a9dd3f81dfb7441bdb333e90f</link>
			<description>Mit dem Buch «Rohstoff: das gefährlichste Geschäft der Schweiz»  hat die Erklärung von Bern eine...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Mit dem Buch «Rohstoff: das gefährlichste Geschäft der Schweiz»  hat die Erklärung von Bern eine von den Medien weitgehend  vernachlässigte Branche durchleuchtet. Die Entstehungsgeschichte des  Werks ist kein Ruhmesblatt für den investigativen Journalismus in der  Schweiz. </b><br /><br />Die Grossbanken werden von der Erklärung von Bern  (EvB) schon seit Jahrzehnten beobachtet. Eine mindestens ebenso  systemrelevante Schweizer Branche hatten aber auch wir als «Corporate  Watchdog» bis dato nur punktuell auf dem Radar: die mehrheitlich am  Genfer- und Zugersee residierenden Rohstoffkonzerne. Die notorisch  diskreten Handelsgesellschaften und Minenbetreiber gerieten bloss dann  kurz ins Fadenkreuz, wenn in Afrika gerade mal wieder eine Ölpipeline  explodierte oder die Anwohner einer südamerikanischen Kohlemine  vertrieben wurden. Solche Skandale schafften es gelegentlich sogar in  die Randspalten der Zeitungen.<br /><br />Die globalen Strukturen, Schweizer  Hauptsitze und häufig gesetzliche Grauzonen ausnutzenden  Geschäftsstrategien von Glencore, Vitol, Trafigura &amp; Co blieben aber  eine publizistische (und politische) Blackbox. Dass ausgerechnet jene  inzwischen umsatzstärksten Schweizer Unternehmen, die die Weltwirtschaft  mit ihren Lebenssäften Energie, Metallen und Agrargütern versorgen,  medial kaum Beachtung finden, wirft ein grelles Licht auf die Gesetze  der aktuellen Medien- und Aufmerksamkeitsökonomie. Die von den Firmen  bewusst geschaffene Kombination von mangelnder CEO-Prominenz und  hyperkomplexen Holding-Konstruktionen wirkt auf den Schweizer  Wirtschaftsjournalismus lähmend statt anspornend. Entschuldigt wird das  konzertierte Schweigen branchenintern zumeist mit fehlenden  Recherche-Ressourcen und daraus resultierender Dossier-Unkenntnis.<br /><br />Wenn  es für Kurt Imhofs These vom demokratiegefährdenden Einfluss von  Konzern-PR auf den Journalismus noch Belege bräuchte, die  Nicht-Berichterstattung über die Rohstoffbranche liefert sie. Freilich  mit umgekehrten Vorzeichen: Unternehmerische Intransparenz und  Kommunikationsverweigerung produziert mediale Ignoranz und Diskretion.  Die EvB identifizierte dieses Informationsvakuum schon vor Jahren, bekam  aber erst 2008 mit einem Legat die Mittel in die Hand, um Abhilfe zu  schaffen. Und zwar gleich gründlich, nämlich in Buchform. Um die eigene  Kampagnen-Crew nicht zu blockieren, wurde das Projekt outgesourct – an  einen renommierten Wirtschaftsjournalisten, der schon zum Thema  gearbeitet hatte. Das Ergebnis war allerdings derart unbrauchbar, so  dass wir doch selber in die Hosen steigen mussten.<br /><br />Die  Grunderkenntnis unseres internen Fünfer-Teams kam schnell: Die  Geschichte, Struktur und Funktionsweise der Rohstoffdrehscheibe Schweiz  lässt sich durchaus recherchieren. In holländischen Handelsregistern,  luxemburgischen Börsennotizen und anderen Wirtschaftsdatenbanken  schlummern viele hintergründige Hinweise über die Aktivitäten der  Hauptakteure. Diese Puzzleteile, ergänzt durch wenige, aber wertvolle  Branchenkontakte, liessen sich zu einem über 400-seitigenGesamtbild  fügen, das derzeit in mancher Redaktionsstube studiert wird. Darauf  lässt zumindest die Anzahl angeforderter Rezensionsexemplare und das  erste Medienecho schliessen. Dabei kann «Rohstoff: das gefährlichste  Geschäft der Schweiz» die Info-Lücke über diesen immer wichtigeren  Wirtschaftssektor natürlich nicht schliessen, umreisst aber wenigstens  erstmals dessen Schwindel erregenden Dimensionen und Risiken. Und treibt  hoffentlich viele Kolleginnen und Kollegen zur überfälligen  Beschäftigung damit an. Entschuldigungen gibt es jetzt jedenfalls keine  mehr.
<br /><i><b>Oliver Classen ist Mediensprecher der Erklärung von Bern.</b></i>
<br /><i>Rohstoff, das gefährlichste Geschäft der Schweiz. Zürich, Salis Verlag. ISBN 978-3-905801-50-7</i>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 15:05:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
	</channel>
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