Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des investigativen Journalismus

Mit zahlreichen Veranstaltungshinweisen, Informationen über den Verein Lobbywatch und zum Öffentlichkeitsprinzip in den Kantonen, ein paar Lektüretipps und am Ende einem Hinweis auf einen freien Job schicken wir Ihnen unseren neuesten Newsletter:

1. Veranstaltungen
2. Lobbywatch
3. Öffentlichkeitsprinzip
4. Lesenswertes
5. NGOs und journalistische Recherche

 

 

1. Veranstaltungen

JournalismusTag.14

 

Mittwoch 5. November, 09.30 bis 19 Uhr, Winterthur; organisiert vom Verein Qualität im Journalismus (Quajou)
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investigativ.ch bietet einen Workshop an mit Christian Brönnimann (Der Bund / Tagesanzeiger) und Pascal Schumacher (SRF Rundschau) über Korruption beim Seco respektive über den Umgang der Berner Steuerbehörden mit den Offshore-Konstrukten der Ammann-Gruppe. 

Mehr Informationen und Anmeldeformular: www.journalismustag.ch 

 

 

Datenschätze des Bundesamts für Statistik finden und interpretieren

Ein Workshop des Bundesamts für Statistik für investigativ.ch. Mittwoch, 12. November, 18 bis 20 Uhr, in Zürich.

Wegen grosser Nachfrage führen wir den Workshop ein zweites Mal durch. Spezialisten des Amtes zeigen uns in einem Hands-On-Workshop, mit welchen Tools die Statistiken interaktiv abgefragt werden können.

http://www.investigativ.ch/agenda/detail/datenschaetze-des-bundesamts-fuer-statistik-finden-und-interpretieren.html

 

 

E-Mails verschlüsseln für Journalisten

Erster Teil eines zweiteiligen Workshops der Swiss Privacy Foundation für investigativ.ch. Mittwoch, 26. November, 18.30 Uhr in Zürich.

Die Swiss Privacy Foundation offeriert investigativ.ch einen zweiteiligen Workshop (die Teile können auch einzeln besucht werden). Am ersten Abend, dem 26. November, lernen wir, wie man E-Mails verschlüsselt. Am zweiten Abend, am 3. Dezember, geht es um spurenarmes Surfen. 

http://www.investigativ.ch/agenda/detail/e-mails-verschluesseln-fuer-journalisten.html

 

 

Das Budget von Graubünden richtig lesen

Montag 1. Dezember, 18:30 bis 20 Uhr, in Chur

250 Seiten dick und proppenvoll mit Zahlen: Die Budgetbotschaft des Kantons Graubünden ist ein spannendes Dokument für Journalistinnen und Journalisten. 

Das Budget des Kantons Graubünden wird ab dem 8. Dezember im Grossen Rat behandelt. Seit 2013 erstellt die Verwaltung Budget und Jahresrechnung mit einem neuem System. Wie muss man das Budget lesen, was sind die wichtigen Kennzahlen, wo lohnt sich ein zweiter Blick?

Andrea Seifert (Leiter Finanzverwaltung) und Simon Höhener (Ökonom für Public Management) geben uns eine Einführung.

http://www.investigativ.ch/agenda/detail/das-budget-von-graubuenden-richtig-lesen.html

 

Spurenarm surfen für Journalisten

Zweiter Teil eines zweiteiligen Workshops der Swiss Privacy Foundation für investigativ.ch. Mittwoch, 3. Dezember, 18.30 Uhr in Zürich.

Die Swiss Privacy Foundation offeriert investigativ.ch einen zweiteiligen Workshop (die Teile können auch einzeln besucht werden). Nachdem es am 26. November darum ging, wie man E-Mails verschlüsselt, geht es nun um spurenarmes Surfen. 

http://www.investigativ.ch/agenda/detail/spurenarm-surfen-fuer-journalisten.html

 

Dritter Schweizer Recherchetag: Von anderen Berufen lernen

Montag, 26. Januar 2015, 9:15 bis 16.45 Uhr am MAZ in Luzern

Das diesjährige Motto lautet: Von anderen Berufen lernen. Eingeladen sind u.a. ein Staatsanwalt, eine Psychologin und ein Internetforensiker.

Nach bewährtem Muster geben erfahrene Rechercheure in zahlreichen Workshops ihr Wissen an die Teilnehmenden weiter. Zudem berichten Journalistinnen und Journalisten in Erzählcafés über Hintergründe von Recherchen, die im Laufe des Jahres Aufsehen erregt haben.

investigativ.ch gehört zu den Mitorganisator/innen.

http://www.investigativ.ch/agenda/detail/dritter-schweizer-recherchetag.html

 

Betreibung und Konkurs

Dienstag, 27. Januar, 18.30 bis 20.30, Zürich

Wie und wo finden Journalistinnen und Journalisten bei strauchelnden Firmen und Privatpersonen Ansätze zur Recherche: mit Michael Krampf, Jurist im Beobachter-Beratungszentrum. 

http://www.investigativ.ch/agenda/detail/betreibung-und-konkurs.html

 

Weitere Veranstaltungen...

...zum Thema journalistische Recherchen finden sich wie immer auf http://www.investigativ.ch/agenda.html, so unter anderem:

- Fachtagung Nonprofit-Journalismus, organisiert vom Netzwerk Recherche, am 6. November in Berlin; 

- Tagung Datenjournalismus, organisiert von CRIF Teledata, am 11. November in Zürich

- Der World Investigative Journalism Congress findet 2015 in Lillehammer statt, organisiert von der Stiftelsen for en Kritisk og Undersøkende Presse: 8. bis 11. Oktober.

  

2. Lobbywatch

Diesen Herbst hat sich Lobbywatch, die Plattform für transparente Politik, gegründet. Unter den Gründer/innen sind mehrere Mitglieder von investigativ.ch.

Lobbywatch Schweiz ist ein nichtkommerzieller Verein und betreibt ein webbasiertes Recherchetool für Medienschaffende sowie ein Online-Magazin (Blog). Die Plattform Lobbywatch thematisiert Interessenbindungen zwischen National‐ und Ständeräten zu Firmen, Vereinigungen und Institutionen. Gleichzeitig wird der Einfluss dieser Verbände, Organisationen und Firmen analysiert.

Um sich zu finanzieren, sammelt Lobbywatch Geld über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit. Das Sammelziel von 10.000 Franken ist erreicht, aber Lobbywatch sammelt noch wenige Tage weiter. Ebenfalls sucht Lobbywatch noch Leute, die mitarbeiten wollen.

Erste Zeitungsartikel und Radiobeiträge – im SonntagsBlick, auf RTS und swissinfo.ch, sind aus der Lobbywatch-Arvbeit bereits hervorgegangen.

 

 

3. Öffentlichkeitsprinzip

Die letzten Mohikaner kriechen aus den Büschen...

Noch immer gibt es in der Schweiz Kantone, in denen die amtliche Geheimhaltung die Norm und Transparenz die Ausnahme ist. Aber es werden weniger. In Zug ist das kantonale Öffentlichkeitsgesetz am 10. Mai 2014 in Kraft getreten (die Verwaltung tut sich noch etwas schwer damit, meint Zentral+). Der St. Galler Kantonsrat hat Mitte September ein Öffentlichkeitsgesetz verabschiedet (ein, leider, etwas mutloses). Luzern ist dabei, das Öffentlichkeitsprinzip in das Organisationsgesetz zu schreiben; die entsprechende Vernehmlassung ist Ende September zu Ende gegangen (leider ist der Luzerner Entwurf noch mutloser als das St. Galler Gesetz). Und sogar in Graubünden, dessen Regierung und Parlament sich noch bis vor Kurzem gegen das Öffentlichkeitsprinzip aussprachen, hat der Wind gedreht; die Vorarbeiten laufen.

Damit halten nur noch wenige Kantone am Geheimnisprinzip fest: AI, GL, NW, OW und TG (während in SH das Öffentlichkeitsprinzip in der Verfassung steht, aber kein Gesetz existiert, und das Appenzell-Ausserrhodische Informationsgesetz von 1996 – eines der ältesten in der Schweiz – das Öffentlichkeitsprinzip nicht wirklich erfüllt).

  

Expert/innendatenbank

Gerade in kleinen Kantonen (aber nicht nur da) sieht man sich als Journalist, der das Öffentlichkeitsprinzip in Anspruch nimmt, mitunter mit Ämtern konfrontiert, die die gesetzliche Lage kaum kennen, und Fachleute, die weiter helfen können, sind schwer zu finden. Öffentlichkeitsgesetz.ch, eine Partnerorganisation von investigativ.ch, hat im Herbst eine Expert/innendatenbank lanciert. Hier finden alle Interessierten juristische Fachpublikationen sowie die Kontakte zu deren Autorinnen und Autoren online. 

 

 

4. Lesenswert

Goldenes Zeitalter des Investigativjournalismus?

Neue Werkzeuge – Stichwort «Datenjournalismus» – verändern unsere Arbeit und machen Dinge möglich, die vor kurzem noch nicht möglich waren. Zeitungskrise hin oder her – was wir derzeit gerade erleben, ist ein Goldenes Zeitalter des investigativen Journalismus – findet zumindest Anya Schiffrin. Schiffrin ist Acting Director des International Media and Communications (IMC) Programms und Adjunct Professor an der School of International and Public Affairs der Columbia University, und sie hat gerade eine Anthologie des globalen investigativen Journalismus der letzten hundert Jahre verfasst. 

Ihr widerspricht indes Sheila Coronel, Dekanin fur Academic Affairs deer Columbia Journalism School und Gründerin des Stabile Center for Investigative Journalism sowie des Philippine Center for Investigative Journalism. Viel wichtiger als neue Techniken, sagt Coronel, seien journalistische Traditionen. 

> Anya Schiffrin: Why we’re living in the golden age of investigative journalism. Salon.com, 31. August 2014

> Sheila Coronel: Is It Really Investigative Reporting’s Golden Age? gijn.com, 21. Oktober 2014

> Zu Anya Schiffrins Buch «Global Muckraking. 100 years of investigative journalism from around the world»

 

Wie Snowden den Journalismus verändert hat

Auf Glenn Greenwalds Buch No Place to Hide: Edward Snowden, the NSA, and the U.S. Surveillance State brauchen wir an dieser Stelle niemanden aufmerksam zu machen. Weiteres Lesenswertes wurde dieser Tage zu Snowden geschrieben: Steve Coll räsonniert im New Yorker über Snowdens Einfluss auf den Journalismus räsonniert: How Edward Snowden Changed Journalism. Und ebenda hat George Packer ein langes Stück über Laura Poitra und ihren Dokumentarfilm Citizenfour über Snowden und den NSA-Skandal publiziert: The Holder of Secrets. Laura Poitras’s closeup view of Edward Snowden.

 

 

5. NGOs und Journalismus

Stellen NGOs die Investigativjournalisten der Zukunft? Der Sprecher der Erklärung von Bern, Oliver Classen, durfte stellvertretend für das Autorenteam des EvB-Buchs Rohstoff. Das gefährlichste Geschäft der Schweiz (2011) einen Journalistenpreis von ProLitteris entgegen nehmen. Erkürt hatten ihn Al Imfeld und Viktor Parma, die ihrerseits mit einem ProLitteris-Preis ausgezeichnet wurden. 

Einen NGO-PR-Mann als Journalisten auszeichnen: Darf man das? Darüber debattierten, eingeladen vom Zürcher Presseverein, Anfang September rund zwanzig Journalistinnen und Journalisten. Eine kurze Zusammenfassung hat Charlotte Heer-Grau, eine der Initiantinnen des Abends, verfasst

Und wenn wir schon dabei sind: Die EvB sucht gezielt einen Rechercheur / eine Rechercheurin für ihr Team. Für Interessierte: http://www.evb.ch/fileadmin/files/documents/EvB/FachmitarbeiterIn_Recherchen.pdf